Beihilfe zur SteuerhinterziehungCredit Suisse im US-Visier

Die USA leiten Ermittlungen gegen die Credit Suisse wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung ein. Es gehe um grenzüberschreitende Vermögensverwaltungsdienstleistungen für US-Kunden in der Vergangenheit, teilt die Bank mit. Es handle sich um "branchenweite" Untersuchungen, betont Credit Suisse.
Die Schweizer Großbank Credit Suisse ist im Zuge der Steuerermittlungen in den USA gegen Schweizer Banken ins Visier der Behörden geraten. Die Großbank wurde vom amerikanischen Justizministerium darüber informiert, dass die Bank Gegenstand einer Untersuchung ist, wie Credit Suisse mitteilte. Bei den Ermittlungen handle es sich um eine branchenweite Untersuchung im Zusammenhang mit grenzüberschreitenden Vermögensverwaltungs-Dienstleistungen. "Im Rahmen der Möglichkeiten unter Schweizer Recht wird die Credit Suisse mit den US-Behörden weiterhin zusammenarbeiten, um in dieser Angelegenheit eine Lösung zu finden", erklärte das Institut.
Im Februar waren in den USA drei ehemalige und ein damals noch bei der Großbank beschäftigter Berater angeklagt worden. Sie sollen amerikanische Steuersünder ermutigt haben, ausländische Kreditkarten zu benutzen und Geld auf andere Banken im Ausland zu transferieren. Credit Suisse hatte dabei stets betont, dass die Bank selbst nicht Gegenstand der Ermittlungen sei. Experten hatten damals nicht erwartet, dass die Untersuchungen das Ausmaß des Steuerstreits annehmen, der dazu beigetragen hat, Konkurrent UBS in die Knie zu zwingen.
Die amerikanischen Steuerbehörden hatten der UBS vorgeworfen, zahlreichen amerikanischen Bürgern bei Steuerhinterziehung geholfen zu haben. UBS musste schließlich 2009 eine Buße von 780 Mio. Dollar zahlen und unter Bruch des Schweizer Bankgeheimnisses die Daten von mehr als 4000 amerikanischen Kunden herausgeben. Bei der Regelung des UBS-Steuerstreits hatte das Schweizer Finanzministerium eine entscheidende Rolle gespielt.