Wirtschaft

Nach Terex-VorstoßDemag bleibt in Deckung

04.05.2011, 14:00 Uhr
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Die Demag-Aktionäre müssen unterdessen weiter auf eine Stellungnahme des Vorstands warten. (Foto: picture alliance / dpa)

Die Aktionäre müssen sich weiterhin in Geduld üben. Demag Cranes hält sich zum angekündigten Übernahmeangebot des Wettbewerbers Terex immer noch bedeckt. Das zweite Quartal verläuft so wie vom Markt erwartet. Die Prognose fürs Gesamtjahr wird daraufhin leicht leicht angehoben.

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Der Vorstandsvorsitzende der Demag Cranes, Aloysius Rauen. (Foto: picture alliance / dpa)

Die Anzeichen für einen Bieterkampf um den Düsseldorfer Kranbauer Demag Cranes verdichten sich. Nachdem der US-Rivale Terex nach monatelangen Fusionsgerüchten um Demag mit einer feindlichen Übernahmeofferte in die Offensive gegangen ist, bringt sich auch der finnische Konkurrent Konecranes in Stellung.

"Unsere Kunden und unsere Zulieferer konsolidieren sich, und wir wollen nicht zwischen ihnen zerquetscht werden. Zukäufe sind klarer Bestandteil unserer Strategie", sagte Konzernchef Pekka Lundmark laut "Frankfurter Allgemeine Zeitung" auf einer Fachmesse in Hannover. Lundmark ließ zwar offen, ob er sich in einen Bieterwettstreit begeben wird, bekräftigte aber, dass die Finnen für Übernahmen gerüstet seien. Die Demag-Aktionäre müssen unterdessen weiter auf eine Stellungnahme des Vorstands warten.

Auch zwei Tage nach Bekanntgabe der Terex-Offerte bleibt das Management des Düsseldorfer Traditionskonzern in Deckung. Erst wenn die vollständigen Unterlagen vorlägen, würden sich Vorstand und Aufsichtsrat nach einer "unvoreingenommenen" Prüfung äußern, kündigte der Konzern an. Die Offerte mit einer detaillierten Darstellung von Bedingungen und strategischen Absichten will Terex im Laufe dieses Monats veröffentlichen.

Terex macht Geld locker

Der US-Rivale hat sich inzwischen das für eine Demag-Übernahme nötige Kleingeld besorgt. Über Credit Suisse und Goldman Sachs habe sich Terex ein Darlehen über umgerechnet rund 740 Mio. Euro sowie diverse Kreditlinien gesichert. Terex will Demag für 41,75 Euro je Aktie und damit für insgesamt 884 Mio. Euro übernehmen. Analysten halten den Preis für zu niedrig. Mehrere Banken hoben ihre Bewertung der Aktie auf mindestens 50 Euro an. Aktuell notiert sie bei 46,44 Euro.

Demag Cranes war bereits im vergangenen Herbst ins Visier der Konkurrenten geraten. Neben Terex hatte auch Konecranes damals Interesse an einer Übernahme signalisiert. Die Kriegskasse der Finnen ist prall gefüllt. "Wir können einige Hundert Mio. Euro aufbringen und uns über den Kapitalmarkt noch zusätzlich Geld holen", sagte Konecranes-Vorstandschef Lundmark dem "Handelsblatt".

Demag schraubt Jahresziele nach oben

Die Geschäfte von Demag laufen derzeit unerwartet gut, so dass der Vorstand bereits Anfang März eine Aufstockung der Ziele für das Bilanzjahr 2010/11 in Aussicht gestellt hatte. Nach kräftigen Zuwächsen im zweiten Quartal machte der Vorstand am Mittwoch seine Ankündigungen wahr: Demag peilt nun einen Umsatz von 1,02 bis 1,05 (Vorjahr: 0,931) Mrd. Euro an und eine operative Umsatzrendite von 6,1 bis 6,5 (5,8) Prozent. Im zweiten Quartal legte der Umsatz um zwölf Prozent auf 254,6 Mio. Euro zu, das Ebit schnellte um 39 Prozent auf 14,6 Mio. Euro.

Das Management um Vorstandschef Aloysius Rauen hat sich bisher gegen eine Fusion gestemmt und Gespräche mit potenziellen Käufern abgelehnt. Schon auf der Hauptversammlung war der Demag-Vorstand von Anteilseignern dafür kritisiert worden, dass er Terex und Konecranes kategorisch abgewiesen hatte. Aktionärsvereinigungen drängen den Vorstand nach der US-Offerte nun erneut zu Gesprächen.

Quelle: rts