Wirtschaft

Umstrittene "Todeswetten"Deutsche Bank bietet Ausstieg an

22.02.2012, 15:46 Uhr
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(Foto: dpa)

Je früher der Tod, umso höher die Rendite: Die Deutsche Bank bekommt bei einem umstrittenen geschlossenen Lebensversicherungsfonds kalte Füße und bietet Anlegern den verlustfreien Verkauf an.

Eine ethisch zweifelhafte Geschäftsidee fällt der Deutschen Bank auf die Füße: Nach öffentlicher Kritik bietet der Konzern Anlegern den Ausstieg aus dem geschlossenen Fonds "db Kompass Life 3" an. Das Produkt ist eine Art Wette auf die Restlebensdauer von etwa 500 Menschen: Sterben die sogenannten Referenzpersonen früher als erwartet, erhöht sich die Rendite für die Investoren.

"Die Anleger werden in Kürze ein schriftliches Rückkaufangebot erhalten. Damit können sie ihr investiertes Kapital unter Abzug zwischenzeitlich erhaltener Zahlungen zurück erhalten", teilte die Deutsche Bank mit. Damit reagiere die Bank auf die "öffentliche Diskussion um die Berechtigung des Produkts".

Der Bankenverband hatte die "Todeswetten" kritisiert. "Dies ist mit unserer Wertordnung, insbesondere der in ihrem Mittelpunkt stehenden Unantastbarkeit der menschlichen Würde, kaum in Einklang zu bringen", zitierte der "Spiegel" Anfang Februar die Ombudsstelle des Bankenverbands.

Der Fonds wurde nach Angaben der Bank 2007 aufgelegt. Etwa 10.000 Anleger, hauptsächlich aus Deutschland, investierten rund 200 Mio. Euro. Die Referenzgruppe bestehe aus US-Bürgern, die sich freiwillig gemeldet und dafür eine Entschädigung erhalten hätten.

Quelle: dpa