Wirtschaft

Aufbruchstimmung in den USA: Deutsche Firmen wachsen satt

Während alle Welt sich noch fragt, ob die US-Wirtschaft weitere Konjunkturpakete braucht, um wieder auf Touren zu kommen, schwenken deutsche Firmen in den USA bereits erfolgreich auf den Wachstumspfad ein. Sie erfreuen sich nicht nur spürbarer Umsatzsteigerungen, sie wollen auch Jobs schaffen.

Alles im grünen Bereich. Auch bei dem fliegenden Kermit auf der diesjährigen Thanksgiving Parade in New York.
Alles im grünen Bereich. Auch bei dem fliegenden Kermit auf der diesjährigen Thanksgiving Parade in New York.(Foto: REUTERS)

Deutsche Unternehmen in den USA blicken einer Studie zufolge recht optimistisch in die Zukunft - trotz der derzeit trüben amerikanischen Konjunktur. Mehr als 90 Prozent sehen sich im kommenden Jahr auf Wachstumskurs, und fast zwei Drittel wollen deshalb sogar mehr Beschäftigte einstellen. Das geht aus der jüngsten Konjunkturumfrage der Deutsch-Amerikanischen Handelskammern hervor, die in New York vorgelegt wurde.

Schon dieses Jahr lief trotz aller enttäuschenden US-Konjunkturmeldungen recht gut. Zwei Drittel der Firmen berichtete über bessere oder viel bessere Geschäfte als im Vorjahr. "Spürbare Umsatzsteigerungen in 2010 sorgen unter den Tochtergesellschaften deutscher Firmen in den USA für Aufbruchstimmung", heißt es in der Studie. "Die Zeichen stehen auf Wachstum."

"USA sind über den Berg"

Nicht nur für sich selbst, auch für die größte Volkswirtschaft der Welt sehen deutsche Unternehmen ganz klar Licht am Ende des Tunnels. Mehr als zwei Drittel der Firmen glaubten nicht, dass weitere Konjunkturpakete nötig seien, um die US-Wirtschaft zu stützen. Die Unternehmen rechnen mit einem moderaten Wachstum der US- Volkswirtschaft zwischen einem und drei Prozent.

Die deutsche Wirtschaft sieht sich in den USA fest im Sattel - und auch bewundert. "Deutsche Unternehmen haben sich als Investoren und Arbeitgeber in den USA große Anerkennung erworben", sagt Bernhard Welschke, Vertreter des Bundesverbandes der Deutschen Industrie und des Industrie- und Handelskammertages in Washington.

Besonders die Industrie sei gut aufgestellt. "Neben den führenden Branchen Chemie, Elektrotechnik und Elektronik sowie Kraftfahrzeuge und Zulieferer haben deutschen Anbieter im Bereich Erneuerbare Energien eine herausgehobene Marktstellung entwickelt", sagte der Delegierte der deutschen Wirtschaft.

Rohstoffknappheit bereitet Sorgen

Statt Wechselkursschwankungen wie im vergangenen Jahr bereitet den Firmen inzwischen aber eine drohende Rohstoffknappheit Sorge. Deutlich mehr als die Hälfte der Firmen rechnen der Erhebung zufolge damit, dass ihre Geschäfte kurz- und mittelfristig Schaden leiden könnten. Zwei deutsche Spezialgebiete - Erneuerbare Energien und die Autohersteller - hätten besonders unter drohenden Engpässen zu leiden.

An der Umfrage hatten sich den Angaben zufolge rund 190 Unternehmen beteiligt, die allermeisten Mittelständler. Insgesamt beschäftigten deutsche Unternehmen in den Vereinigten Staaten rund 650.000 Menschen, davon alleine 188.000 im produzierenden Gewerbe. Die Gesamtinvestitionen deutscher Unternehmen in den USA erreichten zum Ende 2009 rund 218 Mrd. US-Dollar (166 Mrd Euro).

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Quelle: n-tv.de

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