Wirtschaft

Schwer vorstellbare 4 Billionen: Devisenhandel schwillt an

Der internationale Devisenhandel produziert nicht nur Wechselkurse, sondern auch Daten in gewaltigen Mengen. Alle drei Jahre schauen sich die Experten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) diese Zahlen genauer an. Die Ergebnisse der aktuellen Überprüfung bringt selbst hartgesottenen Händlern so etwas wie Ehrfurcht bei: Der Markt gewinnt offenbar gewaltig an Umfang.

Fleißarbeiten in New York und Basel: Wer den Devisenhandel in seine Schranken weisen will, muss erst herausfinden, welchen Umfang er hat.
Fleißarbeiten in New York und Basel: Wer den Devisenhandel in seine Schranken weisen will, muss erst herausfinden, welchen Umfang er hat.(Foto: REUTERS)

Der Umsatz im internationalen Devisenhandel ist nach Angaben der BIZ warnt vor neuer Krise (BIZ) in den vergangenen drei Jahren um rund 20 Prozent gestiegen. Täglich werden im Durchschnitt 4 Billionen US-Dollar umgesetzt, wie aus der neuen Untersuchung der BIZ zum Devisenmarkt hervorgeht. Das durchschnittliche Tagesvolumen beläuft sich demnach auf umgerechnet rund 3128 Mrd. Euro.

Die Ergebnisse der Untersuchung wurde am Vorabend von der Federal Reserve Bank von New York (New York Fed) veröffentlicht, die dabei auch die Ergebnisse einer eigenen Erhebung für den US-Markt bekanntgab.

Die Umfrage der New Yorker Fed ist Teil der breiteren Erhebung der BIZ, die alle drei Jahre durchgeführt wird. An der BIZ-Umfrage nehmen 53 Zentralbanken und monetäre Behörden teil. Die BIZ selbst nimmt dabei als "Zentralbank der Notenbanken" eine neutrale Position ein.

Solide Finanzarchitektur: Das "Botta"-Gebäude der BIZ am Aeschenplatz 1 in Basel.
Solide Finanzarchitektur: Das "Botta"-Gebäude der BIZ am Aeschenplatz 1 in Basel.(Foto: www.bis.org)

Wie aus der aktuellen Untersuchung der BIZ-Experten hervorgeht, bleibt der Dollar mit einem Anteil von 84,9 Prozent an den globalen Devisengeschäften die am meisten gehandelte Währung weltweit. Bei der Erhebung vor drei Jahren hatte der Anteil allerdings noch bei 85,6 Prozent gelegen.

Der prozentuale Anteil des US-Dollar habe seinen langsamen Rückgang fortgesetzt, der seit 2001 erkennbar sei, während der Euro und der Yen im Vergleich zu hinzugewonnen hätten, hieß es von der BIZ. Zumindest im Devisenhandel bleibt die Dominanz des Dollar damit weiter erhalten. In den vergangenen Jahren waren immer wieder Stimmen laut geworden, die zum Beispiel auch die Rolle der US-Währung als Leitwährung im Rohstoffhandel infrage gestellt hatten.

Im US-Markt dringen solche Überlegungen naturgemäß kaum in den Vordergrund. Den Angaben der New Yorker Fed zufolge stieg der durchschnittliche Tagesumsatz am US-Devisenmarkt seit 2007 um 23 Prozent von 664 Mrd. Dollar auf nun 817 Mrd. Dollar.

Im Gegensatz zur globalen Entwicklung gewinnt der Greenback im US-Markt dabei weiter an Bedeutung. Der US-Dollar wurde dabei in 87 Prozent aller US-Devisentransaktionen genutzt. Bei der vorherigen Erhebung im April 2007 hatte der Anteil bei 83 Prozent gelegen.

Boom im Kassahandel

Doch auch die europäische Gemeinschaftswährung legte anteilig zu: Der Euro war an 42 Prozent (zuvor: 38 Prozent) der US-Devisengeschäfte beteiligt, wie die gewichtigste Regional-Fed im US-Notenbanksystem mitteilte. Das meistgehandelte Währungspaar war laut New Yorker Fed mit einem Anteil von 31 Prozent der Tausch Euro gegen Dollar.

Von den drei Instrumenten, aus denen sich nach Angaben der New Yorker Fed der Umsatz im Devisenhandel zusammensetzt, legte der Kassahandel im Vergleich zu April 2007 am stärksten zu (plus 52 Prozent), gefolgt von Devisenswaps (plus 12 Prozent) und Devisen-Termingeschäften (plus 2 Prozent).

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Quelle: n-tv.de

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