Wirtschaft

Da stimmt die ChemieDupont hebt Prognose an

26.01.2010, 17:37 Uhr

Da kann sich BASF eine Scheibe abschneiden: Der US-Konkurrent Dupont hat im vierten Quartal einen deutlichen Gewinnsprung erzielt und daraufhin die Jahresziele nach oben geschraubt.

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Erst Gewinnsprung, dann Ziel angehoben: Dupont. (Foto: ASSOCIATED PRESS)

Der US-Chemieriese Dupont hat mit einem überraschenden Gewinnschub Hoffnung auf eine stärkere Belebung der Branchenkonjunktur geschürt. Der BASF-Konkurrent verdiente im vierten Quartal 441 Mio. Dollar. Vor Jahresfrist hatten mit 629 Mio. Dollar Verlust noch tiefrote Zahlen in den Büchern gestanden.

Dupont profitierte im Abschlussquartal 2009 von zum Teil kräftigen Umsatzzuwächsen. Die Geschäfte in Asien legten stark zu. Konzernchefin Ellen Kullman hob daraufhin die Gewinnprognose für das laufende Jahr an.

Anleger reagieren positiv

Vor Sondereinflüssen wie Kosten für ein Restrukturierungsprogramm stand je Aktie für die Monate Oktober bis Dezember ein Gewinn von 44 Cent in den Büchern, wie Dupont mitteilte. An der Wall Street wurden drei Cent weniger erwartet. An der Börse kam das Zahlenwerk gut an: Die Aktie legte 1,3 Prozent auf 33,28 Dollar zu. Dupont ist der erste große Chemiekonzern, der Zahlen für das abgelaufene Quartal vorlegt. Branchenprimus BASF will am 25. Februar sein Geschäftsbericht für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2009 veröffentlichen, US-Konkurrent Dow Chemical bereits am 2. Februar.

"Wir sind aufgrund sich verbessernder Konjunkturbedingungen kombiniert mit gut aufgestellten und gestrafften Geschäften weiterhin zuversichtlich für unsere Geschäftaussichten 2010", sagte Dupont-Chefin Kullman. Die Maßnahmen zur Kostensenkung zahlten sich überdies aus. Für das Gesamtjahr 2010 stellte Kullman nun je Aktie einen Gewinn von 2,15 bis 2,45 Dollar in Aussicht. Bislang wurden 2,10 bis 2,40 Dollar je Aktie erwartet. Der Konzern bekräftigte zudem sein Ziel, in den nächsten drei Jahren den Umsatz jährlich um rund zehn Prozent zu steigern.

Umsatzwachstum fast in allen Sparten

Dupont steigerte im abgelaufenen Quartal in fünf seiner sechs Geschäftsbereiche den Umsatz. Ingesamt nahmen die Nettoumsätze um zehn Prozent auf 6,4 Mrd. Dollar zu. Bei Elektronikmaterialien, Polymeren und Saatgut seien die Umsätze sogar um jeweils mehr als 20 Prozent gewachsen. Der Konzernabsatz erhöhte sich um zehn Prozent. In der Region Asien-Pazifik setzte Dupont deutlich mehr ab als ein Jahr zuvor, wobei vor allem die Nachfrage in China, Indien, Japan und Korea stark gewesen sei, erklärte der Konzern. Das für 2009 ausgegebene Ziel, die Fixkosten um eine Milliarde Dollar zu senken, sei übertroffen worden.

Analysten zufrieden

Bei Analysten kamen Zahlenwerk und Ausblick gut an. "Mir gefällt, wie das Geschäft sich entwickelt", sagte Hassan Ahmed von Alembic Global Advisors. An seiner Bewertung der Aktie mit "Neutral" hielt dennoch fest. Die Aktie sei aktuell an der Börse fair bewertet, begründete er.

Die Wirtschaftskrise hatte die Chemiebranche im Herbst 2008 mit voller Wucht erwischt. Weltweit durchlebten die Firmen den heftigsten Einbruch seit Mitte der 1970er Jahre. Viele Konzerne fuhren deshalb die Auslastung ihrer Anlagen drastisch zurück oder legten sie zeitweise ganz still. Dupont baute im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben gut 14.000 Stellen weltweit ab, um Fixkosten zu senken und sich schlanker aufzustellen.

Dem US-Konzern machte während der Rezession unter anderem der Nachfrageschwund aus der Autobranche und der Bauindustrie schwer zu schaffen, zwei Schlüsselbranchen des Unternehmens.

Quelle: rts