Donnerstag, 04. Februar 2010
Leitzins weiter auf Rekordtief: EZB bleibt bei Krisenpolitik
Die Europäische Zentralbank (EZB) will erst im kommenden Monat über einen Ausstieg aus dem Krisenszenario entscheiden. Bis dahin behält sie die Politik des billigen Geldes bei. Der Leitzins für den Euroraum belässt die EZB auf dem Rekordtief von 1,0 Prozent.Die Europäische Zentralbank (EZB) entscheidet erst im März über die nächsten Schritte, wie sie weiter aus ihrer Krisenpolitik aussteigt. "Wir haben ein Rendezvous im März über die Rücknahme der bisherigen unkonventionellen Maßnahmen", sagte Notenbank-Präsident Jean-Claude Trichet nach einer Sitzung des EZB-Rats in Frankfurt. Dann würden die Währungshüter darüber entscheiden, wie sie die Kreditwirtschaft im zweiten Quartal mit Liquidität versorgen wollen.
Den Leitzins ließ die EZB wie an den Finanzmärkten erwartet auf dem Rekordtief von 1,0 Prozent. Trichet betonte, trotz der fortschreitenden Erholung der Wirtschaft von der schwersten Rezession seit Jahrzehnten bleibe das Zinsniveau weiter "angemessen". Die EZB hatte wegen der Krise in den vergangenen gut zweieinhalb Jahren ihre Geldschleusen so weit wie noch nie geöffnet und das Finanzsystem mit Liquidität versorgt. Sie hat kürzlich damit begonnen, diese Milliarden Euro langsam wieder einzusammeln, um mittelfristig einen Anstieg der Teuerung zu verhindern.
Trichet versprach, die Zentralbank werde ihre Unterstützung des Finanzsystems grundsätzlich so lange fortführen wie nötig. Der Rückzug werde "in Abhängigkeit von den Bedingungen an den Finanzmärkten" vollzogen. Sollten sich Gefahren für die Preisstabilität zeigen, werde die EZB jederzeit handeln und Liquidität abschöpfen.
Keine Zinsänderung in Großbritannien
Die Währungshüter haben bereits im Dezember die langfristige Versorgung der Banken mit Liquidität zurückgefahren und letztmals für ein ganzes Jahr Geld in das Finanzsystem gepumpt. Ende März werden weitere Sonder-Tender das letzte Mal aufgelegt. Die Rückkehr zum normalen Verfahren der Liquiditätsversorgung des Bankensystems wie vor Ausbruch der Krise Mitte 2007 dürfte nach Einschätzung von Experten aber noch mehrere Quartale dauern. Mit höheren Leitzinsen rechnen die meisten Analysten frühestens im Herbst.
Vor der EZB hatte bereits die britische Notenbank ihren Leitzins bei 0,5 Prozent belassen. Die Bank of England (BoE) stoppt allerdings wegen der auslaufenden Krise nach elf Monaten die Geldpresse und legt bei ihrem Wertpapier-Ankaufprogramm eine Pause ein. Das Volumen von 200 Milliarden Pfund werde nicht weiter aufgestockt, hieß es in London.
Zugleich ließ sich Zentralbank-Chef Mervyn King aber ein Hintertürchen offen: "Weitere Käufe werden dann gemacht, wenn die Aussichten sie nötig machen." Experten hatten damit gerechnet, dass King das Programm auslaufen lässt, nachdem sich die britische Wirtschaft im vierten Quartal aus der längsten Rezession seit dem zweiten Weltkrieg gelöst hatte.
wne/rts
Hintergründe zur Nachricht
Videos zur Nachricht
Kursinformationen
Wirtschaft
-
(Turbo)-Calls auf Silber
143% Gewinn bei 32 $ möglich
-
Wirtschaft übt sich in Optimismus
DIHK hängt Wachstumslatte höher
-
Deal mit Booker
Metro schlägt britische Märkte los
-
Wie gewonnen, so zerronnen
Dax rutscht runter
-
Madrid wagt sich zu weit vor
EZB will Bankia nicht helfen
-
Schuldenkrise belastet
Asien-Börsen kommen zurück
-
Kurse fallen
Euro-Krise schnappt nach Dax
-
Größte Griechen-Bank schlägt Alarm
Euro-Austritt wäre fatal
-
Anleger spekulieren bereits
Facebook auf Kurs 25 Dollar
-
Deutsche Solarbranche in Aufruhr
China-Strafzölle in der Kritik
-
Stellenabbau bei Catering-Tochter
Lufthansa spart in der Küche
-
Kein "Signal des Vertrauens"
Euro sackt auf Zweijahrestief
