Wirtschaft

Im Internet klingeln die Kassen: Ebay besser als erwartet

Das Online-Auktionshaus Ebay übertrifft mit seinen Gewinnen im dritten Quartal die Erwartungen: Es ist vor allem das Geschäft mit dem Bezahlsystem Paypal, das den US-Konzern in strahlendem Licht dastehen lässt. Nach Bekanntgabe der Zahlen zieht die Ebay-Aktie kräftig an.

Konzern mit knallbuntem Logo: Binnen dreier Monate verdient Ebay 350 Mrd. Dollar.
Konzern mit knallbuntem Logo: Binnen dreier Monate verdient Ebay 350 Mrd. Dollar.(Foto: AP)

Ebay wächst und gedeiht. Es sind aber nicht mehr die einst rasant gewachsenen Online-Auktionen, die den Konzern antreiben - es sind die Bezahldienste. Der Internet-Konzern hat dank brummender Geschäfte mit seinem Online-Bezahldienst Paypal im dritten Quartal mehr verdient als erwartet. Der Nettogewinn stieg von 350 Mio Dollar im Vorjahr auf 431,9 Mio Dollar (310 Mio. Euro), wie das US-Unternehmen nach Börsenschluss mitteilte.

Ohne den Verkauf der Internet-Telefonie-Sparte Skype ergab sich ein Gewinn je Aktie von 40 Cent, was über den Erwartungen der Analysten von durchschnittlich 37 Cent je Aktie lag. Der Umsatz kletterte um 1 Prozent auf 2,25 Mrd. Dollar, was ebenfalls die Markterwartungen übertraf.

Für das vierte Quartal rechnet Ebay mit einem Umsatz von 2,39 Mrd. bis 2,49 Mrd. Dollar. Analysten gingen bislang von durchschnittlich 2,4 Mrd. Dollar aus. Beim bereinigten Gewinn erwartet der Konzern 45 bis 48 Cent je Aktie. Der Ausblick stellte die Prognosen der Experten von 44 Cent damit in den Schatten.

Bezahlen per Mausklick

Die Bezahltochter Paypal hat sich zur Zugmaschine für Ebay gemausert. Während der Marktplatz schwächelt, werden die Dienste stärker und stärker. "PayPal hat weltweit Marktanteile gewonnen", sagte Firmenchef John Donahoe. Der Ebay-Chef hob deshalb die Jahresprognose an - die Anleger waren begeistert. Nachbörslich sauste die Aktie zeitweise um 9 Prozent nach oben.

Deutschland: Für Ebay-Chef John Donahoe eine Vorzeigeregion.
Deutschland: Für Ebay-Chef John Donahoe eine Vorzeigeregion.(Foto: REUTERS)

Dabei störte es auch nicht, dass der Gesamtumsatz auf den ersten Blick nahezu stagnierte. Ebay hatte zwischenzeitlich seine Internettelefonie-Tochter Skype verkauft. Diese herausgerechnet, lag das Plus bei 10 Prozent. Das Gros zum Wachstum trugen die Bezahldienste bei, die damit eine immer wichtigere Stellung im Unternehmen einnehmen. Ihr Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um satte 22 Prozent auf 838 Mio. Dollar. Der Internet-Marktplatz selbst legte indes nur um 3 Prozent auf 1,4 Mrd. Dollar zu.

Steilvorlage für Amazon

Über Paypal können Kunden unter anderem ihre Ebay-Einkäufe bezahlen. Paypal bietet seine Dienste aber auch fremden Online-Shops an. Das zweite Standbein ist für Ebay vor allem deshalb wichtig, weil der Rivale Amazon dem Marktplatz mit hohen Rabatten und vielfach kostenlosem Versand das Leben schwer macht. Der weltgrößte Einzelhändler legt seine Quartalszahlen an diesem Donnerstag vor.

Ebay versucht gegenzusteuern und arbeitet seit längerem am Ausbau des Online-Auktionshauses zu einer Handelsplattform mit mehr Festpreis-Angeboten, Profi-Verkäufern und Neuwaren. Deutschland ist für Konzernchef Donahoe dabei eine der Vorzeigeregionen, wo die Neuausrichtung schon ein gutes Stück gelungen ist. In Deutschland lockt Ebay seine Kunden zudem mit kostenlosen Kleinanzeigen - erfolgreich, wie das Unternehmen beteuert.

Im Gesamtjahr will Ebay nun einen Umsatz von bis zu 9,15 Mrd. Dollar erreichen und einen Gewinn je Aktie von bis zu 1,33 Dollar erwirtschaften. Beim Umsatz ist das mehr als bislang veranschlagt, beim Gewinn allerdings weniger als die ursprünglich erwarteten 1,34 Dollar.

Im Krisenjahr 2009 hatte der 1,9 Mrd. Dollar schwere Verkauf von Skype die Kasse prall gefüllt. Ebay hatte den Internettelefonie-Dienst Mitte November mehrheitlich an eine Investorengruppe um den Internetpionier und Netscape-Gründer Marc Andreessen verkauft. Die Investoren wollen Skype nun an die Börse bringen.

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Quelle: n-tv.de

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