Stärkster Anstieg seit zwei JahrenErzeugerpreise ziehen an
Nach Monaten mit moderaten Anstiegen geht es in Deutschland mit den Erzeugerpreisen wieder kräftiger nach oben. Vor allem Energieprodukte wurden deutlich teurer.
Die Produzenten von Energie, Lebensmitteln und anderen gewerblichen Erzeugnissen haben ihre Preise im Oktober so stark angehoben wie seit zwei Jahren nicht mehr. Die Erzeugerpreise kletterten nach Angaben des Statistischen Bundesamts im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,3 Prozent. Das ist der stärkste Anstieg seit November 2008 mit 4,7 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat zogen die Preise um 0,4 Prozent an.
Teurer wurden vor allem Energieprodukte. Erdgas kostete 15,1 Prozent mehr als vor einem Jahr, während sich leichtes Heizöl um 17,4 Prozent und Kraftstoffe um 9,0 Prozent verteuerten. Für Nahrungsmittel wurden im Schnitt 3,1 Prozent mehr verlangt.
Die Produzentenpreise geben einen frühen Hinweis auf die Entwicklung der Inflation, weil der Handel höhere oder niedrigere Einkaufskosten zum Teil an seine Kunden weitergibt.
Der Sachverständigenrat rechnet für 2010 mit einer Inflationsrate von 1,1 Prozent, die 2011 auf 1,4 Prozent steigen soll. Die Europäische Zentralbank sieht stabile Preise bei Werten bis knapp unter zwei Prozent gewährleistet.