Vorwurf der InvestorentäuschungEx-Fannie-Boss droht Klage
Die Nachbeben der Finanzkrise sind noch immer spürbar. Nun soll es dem ehemaligen Chef des Immobilienfinanzierers Fannie Mae, Mudd, juristisch an den Kragen gehen. Er soll Investoren über das Risiko zweitklassiger Kredite getäuscht haben.
Dem früheren Chef des in der Finanzkrise verstaatlichten US-Hypothekenfinanzierers Fannie Mae, Daniel Mudd, steht womöglich eine Zivilklage ins Haus. Die US-Börsenaufsicht SEC prüfe, ob sie Ansprüche geltend machen könne, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg.
Mudd wird vorgeworfen, Investoren über das Risiko zweitklassiger Kredite getäuscht zu haben. Der heutige Chef der Fortress Investment Group, der 2008 als Fannie-Chef entlassen wurde, kündigte an, die Anschuldigungen zu entkräften.
Fannie Mae und der kleinere Hypothekenkonzern Freddie Mac erweisen sich weiter als Fass ohne Boden. So bat Freddie im vergangenen Monat die US-Regierung erneut um Staatshilfen. Das Unternehmen benötigt nach eigenen Angaben weitere 500 Millionen Dollar an Steuergeldern. Einschließlich dieser Finanzanfrage belaufen sich die Staatshilfen für das Unternehmen auf über 64 Milliarden Dollar. Für das vierte Quartal verbuchte Freddie Mac ein Minus von 113 Millionen Dollar.
Abwicklung ins Auge gefasst
Die Regierung hatte vor kurzem angekündigt, Fannie Mae und Freddie Mac abzuwickeln. Die beiden Institute mussten in der Krise mit insgesamt rund 150 Milliarden Dollar gerettet werden. Fannie Mae und Freddie Mac waren ursprünglich private, aber vom Staat unterstützte Unternehmen und dominieren den US-Markt für Immobilienfinanzierung.
Mit dem Platzen der Blase am Häusermarkt waren beide Unternehmen aber ins Straucheln geraten und wurden noch unter Präsident George W. Bush 2008 faktisch unter staatliche Kontrolle gestellt.