Details zu Millionen-KrisenhilfeFed nennt Zahlen und Empfänger
Die Fed kleckert nicht, sie klotzt. So viel ist bekannt. Jetzt nennt sie aber auch konkrete Hausnummern, welche gigantischen Summen an notleidende Geldinstitute und Unternehmen fließen. Überraschend: Ausländische Institute, auch deutsche, profitieren nicht unerheblich von diesem Geldsegen.
Die US-Notenbank hat erstmals Einzelheiten ihrer gigantischen Nothilfen für Banken und Unternehmen während der Finanzkrise vorgelegt. Demnach gewährte die Federal Reserve über ihre insgesamt zehn eigens aufgelegten Darlehensprogramme bei mehr als 21.000 Transaktionen Kredite über insgesamt 3,3 Bill. US-Dollar (2,51 Mrd. Euro), wie das "Wall Street Journal" berichtete. Empfänger waren nicht nur notleidende amerikanische Geldhäuser, sondern auch US-Großkonzerne wie General Electric und "zu einem überraschenden Grad" auch ausländische Banken, darunter auch deutsche.
Ausländische Finanzinstitutionen hätten hunderte Mrd. Dollar an kurzfristigen Krediten erhalten, schreibt die Zeitung. So habe die Commerzbank einmal 13 Mrd. US-Dollar erhalten und sich dazu noch 25 Mal an ein anderes Darlehensprogramm der Fed gewandt, um 7,25 Mrd. US-Dollar zu borgen. Mit 37 Mrd. US-Dollar sei eines der größten Darlehen über Geldmarktpapiere auf dem Höhepunkt der Krise im Oktober 2008 an die Schweizer Großbank UBS gegangen.
Ausländische Institute haben profitiert
"Es ist klar, dass ausländische Institutionen große Nutzer der Fed-Programme waren, auch als Möglichkeit, US-Dollars zu ihren europäischen Haupthäusern zu schaffen", sagte Robert Eisenbeis, Chef- Geldmarktökonom der Beraterfirma Cumberland Advisors, der Zeitung. Überdies seien beinahe 600 Mrd. US-Dollar an Krediten an ausländische Zentralbanken gegangen, berichtet das "Journal".
Die Darlehensprogramme, die vor allem in den Jahren 2008 und 2009 die Wirtschaft stützten, sind inzwischen beendet worden, die meisten Darlehen wurden schon zurückgezahlt. Die Federal Reserve rechnet nach Angaben der "Washington Post" nicht mit Verlusten.
Die Investmentbank Goldman Sachs lieh sich nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers im September 2008 den Angaben zufolge 84 Mal von der Notenbank Geld, Konkurrent Morgan Stanley sogar 212 Mal. In der Spitze habe Goldman mit 18 Mrd. US-Dollar an Kurzfrist-Krediten in der Kreide gestanden, Morgan Stanley mit fast 60 Mrd.