Wirtschaft
Großreinemachen in der Bankenbranche. Die Deutsche Bank steht da nicht allein.
Großreinemachen in der Bankenbranche. Die Deutsche Bank steht da nicht allein.(Foto: dapd)

Neubewertung der Banken weltweit: Fitch stuft Deutsche Bank herab

Die Ratingagenturen Fitch und S&P holen zu einem weiteren Schlag gegen die Bankenbranche aus. Fast gleichzeitig senken sie ihre Daumen über zahlreichen europäischen und US-amerikanischen Instituten, darunter auch die Deutsche Bank. Fitch begründet den Schritt mit den wachsenden Unsicherheiten in dem Sektor. S&P knöpft sich Spaniens Banken vor.

Die US-Ratingagenturen Standard & Poor's (S&P) und Fitch haben die Kreditwürdigkeit zahlreicher Banken herabgestuft. Der langfristige Ausblick habe sich angesichts der "Herausforderungen, mit denen sich der gesamte Finanzsektor konfrontiert sieht", unter anderem für die Deutsche Bank verschlechtert, teilte Fitch in New York mit. Konkurrent Standard & Poor's stufte zehn spanische Banken herab.

Eine Schlechtwetterfront über den Bankentürmen von Frankfurt.
Eine Schlechtwetterfront über den Bankentürmen von Frankfurt.(Foto: picture alliance / dpa)

Bei der Deutschen Bank verschlechterte die Ratingagentur ihre Bewertung auf die Note "A+" von zuvor "AA-". Die Deutsche Bank werde mit Sicherheit als eine der führenden Banken aus dem Umwälzungsprozess der Branche hervorgehen, stellte Fitch zwar fest. Gleichwohl sei das Institut nicht ganz so gut kapitalisiert wie andere Wettbewerber. "A+" bedeutet immer noch eine gute Kreditwürdigkeit.

Die ganz große Welle

Wie Fitch weiter erklärte, wurden auch die Bewertungen für die US-Institute Bank of America und Goldman Sachs, die britische Barclays-Bank, das französische Finanzhaus BNP Paribas und die Schweizer Bank Credit Suisse gesenkt. Grund für die Entscheidung seien nicht allein die unsicheren weltwirtschaftlichen Aussichten, sondern auch viele Änderungen bei der Regulierung der Finanzmärkte. Die Herabstufungen seien Teil einer grundsätzlichen Neubewertung der Bankenbranche weltweit.

Bereits am Vortag hatte Fitch fünf andere europäische Kreditinstitute herabgestuft, darunter die französische Credit Agricole. Mit der jetzigen Aktion sei die Überprüfung der wichtigsten Branchenvertreter erst einmal abgeschlossen, erklärte die Ratingagentur. Einige Banken konnten ihre Bonitätsnoten dabei behalten: die französische Société Générale, die Schweizer UBS sowie die US-Investmentbank Morgan Stanley.

Gegenwind für spanische Banken

Unterdessen erhöhen auch eine andere Ratingagentur ihren Druck auf die Banken. Standard & Poor's teilte mit, die Schlechterstellung der spanischen Banken stehe im Zusammenhang mit der Änderung der Bewertungskriterien. Zugleich wies die Agentur darauf hin, dass die Bonität der Institute weiter herabgestuft werden könnte.

Betroffen sind die CaixaBank, Bankia, Banco Popular, Bankinter, Banco de Sabadell, Caja de Ahorros y Pensiones de Barcelona, Ibercaja Banco, Caja de Ahorros y Monte de Piedad de Gipuzkoa y San Sebastián, Bilbao Bizkaia Kutxa und Banco Financiero y de Ahorros.

Der Kapitalbedarf der Banken in Spanien ist nach Erhebungen der Europäischen Bankenaufsicht EBA der höchste nach Griechenland. Die fünf größten Banken des Landes benötigen demnach mehr als 26 Mrd. Euro. Davon entfallen mehr als 21 Mrd. Euro allein auf zwei Großinstitute.

Trotz des Rundumschlags erwarten Händler an der Börse keinen außerordentlichen Druck auf die Kurse der europäischen Kreditinstitute. "Nach dem x-ten Downgrade ist da bereits das größte anzunehmende Risiko weitgehend eingepreist", sagte ein Händler. Dafür sprechen auch die Kurse von in den USA gelisteten Banken, die von der Herabstufung betroffen sind. Im nachbörslichen Geschäft an Wall Street verloren Barclays gerade einmal 0,6 Prozent, Credit Suisse zogen gar um 1,9 Prozent an.

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Quelle: n-tv.de

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