Wirtschaft
Geschäfte laufen weiter wie geschmiert.
Geschäfte laufen weiter wie geschmiert.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Es läuft (noch) wie geschmiert: Fuchs Petrolub in Kostenfalle

Fuchs Petrolub bekommt Probleme: Die Rohstoffkosten machen für den MDax-Konzern über die Hälfte des Umsatzes aus. Und diese Kosten steigen weiter deutlich. Eine Umwälzung auf die Kunden ist nur bedingt möglich. Der Aktienkurs bricht ein.

Die stark gestiegenen Rohstoffpreise machen dem Schmierstoffhersteller Fuchs Petrolub zu schaffen. Konzernchef Stefan Fuchs warnte, dass der Konzern die hohen Kosten nur schwer über angehobene Verkaufspreise an die Kunden weitergeben könne. Dies könne dazu führen, dass die Bruttomarge im Jahresverlauf weiter zurückgehe. Die Fuchs-Vorzugsaktien brachen daraufhin in der Spitze um mehr als 15 Prozent ein und waren damit größter Verlierer im Nebenwerte-Index MDax.

Fuchs fürchtet im zweiten Halbjahr zudem die konjunkturellen Risiken durch die Schuldenkrise in Europa und eine Abkühlung der Wirtschaft in boomenden Schwellenländern wie China. An seiner Progonse hielt das Unternehmen jedoch fest und rechnet 2011 weiter mit einem Betriebsgewinn (Ebit) über dem Vorjahreswert von 250,1 Mio. Euro.

Nachlauf von drei bis sechs Monaten

Laut Finanzvorstand Alexander Selent sind die Rohstoffkosten seit Jahresbeginn um mehr als 20 Prozent gestiegen. Der Schmierstoffhersteller kann die höheren Belastungen jedoch wenn überhaupt nur zeitverzögert an seine Kunden aus Stahl-, Maschinenbau- und Autoindustrie weitergeben. In der Regel gebe es einen Nachlauf von drei bis sechs Monaten, sagte Konzernchef Fuchs. In den vergangenen zehn Monaten seien die Verkaufspreise von Fuchs Petrolub im Schnitt um etwa 20 Prozent gestiegen.

Expansion in Schwellenländern

Bislang sei es Fuchs gut gelungen, die Rohstoffkosten zeitverzögert weiterzugeben, schrieb Berenberg-Analystin Alexandra Roche. Angesichts eines schwächeren konjunkturellen Umfelds könne dies im zweiten Halbjahr jedoch zunehmend schwierig werden. Die Rohstoffkosten machen für den Konzern über die Hälfte des Umsatzes aus.

Im zweiten Quartal blieben Umsatz und Gewinn hinter den Markterwartungen zurück. Die Erlöse legten vor allem dank bereits vorgenommener Preiserhöhungen um 13,3 Prozent auf 419,5 Millionen Euro zu, das Ebit um 1,7 Prozent auf 66,3 Millionen Euro. Die Ebit-Marge sank im zweiten Quartal jedoch auf 15,8 Prozent nach 16,5 Prozent im Vorquartal. Dabei schlug neben den höheren Rohstoffkosten auch der stärkere Euro negativ zu Buche.

    Im Gesamtjahr werden nach Einschätzung des Konzerns zudem höhere Personal- und Sachkosten wegen des Kapazitätsausbaus aufs Ergebnis drücken. Laut Finanzvorstand Selent will der Konzern im laufenden Jahr 40 bis 45 Millionen Euro investieren - unter anderem in den Ausbau der Produktion in den Schwellenländern Brasilien, Russland, Indien und China.

Quelle: n-tv.de

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