Zeichen der EntspannungGM will GMAC zurück
Interessante Entwicklung auf dem US-Autokreditmarkt. General Motors will seinen früheren Finanzierer GMAC zurück in den Konzernverbund holen. GMAC war vor vier Jahren verkauft worden.
Der größte amerikanische Autohersteller General Motors liebäugelt damit, seinen eigenen früheren Finanzarm GMAC zurückzukaufen. Damit sollen den Kunden bessere Leasing- und Kreditkonditionen angeboten werden, berichtete die Wirtschaftsagentur Bloomberg unter Berufung auf Konzernquellen. GM hoffe außerdem, dadurch bei einem geplanten Börsengang für Investoren attraktiver zu werden. Ein GM-Mediensprecher wollte die Meldung nicht kommentieren.
GM hatte die Mehrheit von GMAC Financial Services 2006 verkauft, um finanzielle Engpässe zu bewältigen. Beide Unternehmen gerieten jedoch in den Jahren danach in ernsthafte Schwierigkeiten und mussten von der US-Regierung gerettet werden. Mittlerweile haben sie sich deutlich erholt.
GMAC, das sich kürzlich in Ally Financial umgetauft hat, präsentierte vergangene Woche den ersten Quartalsgewinn seit über einem Jahr. Und auch GM, das zu 61 Prozent dem Steuerzahler gehört und nächste Woche seine Quartalszahlen vorstellen wird, hat angedeutet, dass mit schwarzen Zahlen gerechnet werden kann.
Chrysler muss zustimmen
Schon jetzt laufen GM-Autokredite teilweise über GMAC. Wenn der Autokonzern den Kreditanbieter zurückkaufen will, muss er sich jedoch zuerst noch mit dem Konkurrenten Chrysler einigen, der GMAC ebenfalls nutzt.
Ein Autohändler in Michigan sagte gegenüber Bloomberg, dass die GM-Händler einen hauseigenen Kreditanbieter begrüßen würden. "Die Finanzierung für einen Autokunden zu bekommen, ist sehr schwierig heutzutage, selbst wenn dessen Zahlen eigentlich gut aussehen. Ein eigener Kreditarm würde es vermutlich leichter machen." Konkurrenten wie Ford oder Toyota verfügen über hauseigene Kreditarme.