Wirtschaft

Aktienausgabe ab FreitagGSW kommt an die Börse

31.03.2011, 19:26 Uhr

Nun also doch: Nach einem Fehlversuch wagt der Wohnimmobilienkonzern GSW den Gang auf das Börsenparkett. Die Preisspanne der Aktie liegt zwischen 19 und 23 Euro und wird vom 1. bis 13. April angeboten. Die Erstnotiz ist am 15. April geplant. Bei 24,6 Millionen Aktien kämen die Berliner auf mehr als eine halbe Milliarde Euro.

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Zweiter IPO-Anlauf der Berliner. (Foto: picture alliance / dpa)

Der Berliner Wohnimmobilienkonzern GSW steht vor dem bisher größten Börsengang in Deutschland in diesem Jahr. Die Preisspanne für die bis zu 24,6 Millionen Aktien, die von Freitag an bis zum 13. April angeboten werden sollen, liegt bei 19 bis 23 Euro. In der Mitte der Spanne wäre das Initial Public Offering (IPO) damit 517 Millionen Euro schwer, am oberen Ende sogar 566 Millionen Euro.

Bei dem ersten, vor knapp einem Jahr gescheiterten Anlauf hatten die Eigentümer Whitehall - ein Immobilienfonds von Goldman Sachs - und Cerberus noch maximal 18,50 Euro verlangt, der Börsengang hätte maximal 491 Millionen Euro gebracht. Inzwischen hat die GSW aber ihre Refinanzierung unter Dach und Fach gebracht und der Immobilienmarkt hat angezogen.

Der Löwenanteil des Erlöses aus dem Börsengang geht an die beiden Alteigentümer. Dem Unternehmen selbst sollen mit der für den 15. April geplanten Erstnotiz 115 Millionen Euro zufließen. Liegt der Ausgabepreis höher als 19 Euro, verkaufen Whitehall und Cerberus mehr ihrer Aktien - die Kapitalerhöhung fiele dann entsprechend kleiner aus. Sie ziehen sich mit dem Börsengang auf einen Minderheitsanteil zurück. An die Börse begleitet wird die GSW federführend von Goldman Sachs selbst und von der Deutschen Bank.

Zwei Drittel als Dividende

GSW-Vorstandschef Thomas Zinnöcker will mit dem Geld von der Börse in den nächsten zwei Jahren 5000 bis 6000 Wohnungen in Berlin kaufen und 40 Millionen Euro Steuerschulden zurückzahlen. Die GSW, die bis zum Einstieg der Finanzinvestoren 2004 dem Land Berlin gehört hatte, besitzt in der Hauptstadt bereits 48.000 Wohneinheiten und verwaltet weitere 15.800 Objekte für Dritte. Ende 2010 war der Immobilienbestand 2,6 Milliarden Euro wert.

Zinnöcker versprach, rund zwei Drittel des für die Branche relevanten operativen Gewinns (FFO) als Dividende zu zahlen. Im vergangenen Jahr lag er bei 79 Millionen Euro. "Es ist unser Ziel, Wachstum mit attraktiven Ausschüttungen zu verbinden", sagte er.

Quelle: wne/rts