Wirtschaft
Die Flieger in Frankfurt rollen wieder.
Die Flieger in Frankfurt rollen wieder.(Foto: dpa)

Verhandlungen an geheimem Ort: GdF legt Streikpause ein

Flugreisende können erst einmal aufatmen: Auf dem größten deutschen Flughafen in Frankfurt ist der Arbeitskampf vorerst vorbei. Gewerkschaft und Betreiber Fraport sprechen nach fünf Tagen Streik wieder miteinander. Verbale Friedenspflicht besteht für die Spartengewerkschaft der Flugsicherung dabei nicht: Sie stellen schon für Montag neue Ausstände in Aussicht, falls eine Einigung scheitert.

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Der Streik am Frankfurter Flughafen ist vorerst vorbei. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) ging auf ein schriftliches Verhandlungsangebot des Betreibers Fraport ein und setzte den Arbeitskampf aus. Bereits am Donnerstag wollen die Vorstände beider Parteien an einem geheimen Ort die festgefahrenen Verhandlungen wieder aufnehmen. Wegen der gekappten Flugzeugumläufe fallen aber auch am Donnerstag noch eine Vielzahl geplanter Flüge aus. Allein die Lufthansa hatte am Abend für den Folgetag 155 Flüge von oder nach Frankfurt gestrichen.

Mit Beginn der Nachtschicht um 21 Uhr traten die ersten der rund 200 Mitarbeiter ihren Dienst wieder an, wie eine Fraport-Sprecherin mitteilte. Die Vorfeldlotsen, Flugzeugeinweiser und Disponenten hatten seit Donnerstag vergangener Woche in mehreren Schüben ihre Arbeit niedergelegt und an fünf Streiktagen mehr als 1100 Flüge ausfallen lassen. Vor allem innerdeutsche und europäische Verbindungen wurden gestrichen, viele Passagiere mussten auf die Bahn umsteigen.

Fraport freut's

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Fraport zeigte sich erfreut über die Gesprächsbereitschaft der GdF. Der Vorstandsvorsitzende Stefan Schulte hatte sich am Morgen als gesprächsbereit, aber auch gut gerüstet für eine längere Streikdauer gezeigt. Operativ habe man in den vergangenen Tagen den Flugbetrieb immer besser in den Griff bekommen, sagte Schulte. Beide Seiten sollten ohne Vorbedingungen und Festlegungen in die Gespräche gehen. Man werde in den Gesprächen schnell sehen, ob man sich annähern könne, sagte der GdF-Tarifvorstand Markus Siebers. Wenn man nicht zusammenkomme, werde man sich am Montag schnell wieder beim Streik am Flughafen treffen.

Die Lage an Deutschlands größtem Airport hatte sich am Mittwoch weiter stabilisiert. Für den fünften und vorerst letzten Streiktag meldete Fraport noch 174 Flugausfälle. Das war aber der niedrigste Wert für einen kompletten Tag seit Streikbeginn. Zuletzt hatten weit mehr als 80 Prozent aller geplanten Flüge stattgefunden, wie Fraport berichtete. Mit Ersatzmannschaften sei es gelungen, den Betrieb weitgehend sicherzustellen.

Die täglichen Umsatzverluste betrügen nur noch einige 100.000 Euro für Fraport, sagte Schulte. Vom Hauptkunden Lufthansa wie auch von den anderen Airlines erfahre man viel Rückendeckung. Lufthansa-Personalvorstand Stefan Lauer hatte in der "Financial Times Deutschlands" von Verlusten im hohen zweistelligen Millionenbereich gesprochen, der Fraport aber aus strategischen Gründen weiterhin den Rücken gestärkt.

Fraport hat sich nach Schultes Worten bereits seit zwei Jahren auf einen möglichen Streik der Vorfeldlotsen vorbereitet und etwa ehemals in dem Bereich beschäftigte Leute an Simulatoren geschult. Die Ersatzkräfte verfügten über alle notwendigen Qualifikationen. "Wir werden die Sicherheit nie opfern", erklärte der Manager in Reaktion auf entsprechende Vorwürfe der streikenden Gewerkschaft.

Schulte stellte erneut dar, dass Fraport die Tarifforderungen für die Vorfeldkontrolleure weitgehend erfüllen wolle und dies bereits zugesagt habe. Er bestätigte zudem, dass bereits eine eigene Gesellschaft für die Vorfeldkontrolle gegründet worden sei. Die Forderungen der GdF und auch die Empfehlungen des Schlichters Ole von Beust für die Einweiser wie auch die Verkehrsplaner stünden aber in keinem Verhältnis zu anderen Tätigkeiten am Flughafen. Darüber müsse in den Verhandlungen gesprochen werden.

Eine gesetzliche Regelung der Tarifeinheit sei für die Bundesregierung kein aktuelles Thema, erklärten Arbeits- und Wirtschaftsministerium am Mittwoch in Berlin. Die Möglichkeiten einer Regelung werden innerhalb der Regierung seit gut eineinhalb Jahren geprüft - bisher ohne Ergebnis. Dem Vernehmen nach sperrt sich vor allem die FDP dagegen.

Arbeitgeber-Präsident Dieter Hundt hatte mit Blick auf den Einfluss gerade kleinerer Gewerkschaften wie der GdF jüngst die Forderung nach einer gesetzlichen Regelung zur Tarifeinheit bekräftigt und bedauert, dass sich die schwarz-gelbe Regierung bislang nicht dazu habe durchringen können.

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Quelle: n-tv.de

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