Wirtschaft
Der A400M muss in Le Bourget am Boden bleiben.
Der A400M muss in Le Bourget am Boden bleiben.(Foto: dpa)
Sonntag, 19. Juni 2011

Neue Probleme beim A400M: Getriebeschaden verhindert Debüt

Das Prestigeobjekt der europäischen Rüstungsindustrie, der Militärtransporter A400M, bleibt ein Milliardengrab und kein Aushängeschild für den Hersteller Airbus. Triebwerksprobleme zwingen dazu, einen Show-Flug auf der Luft- und Raumfahrtschau in Le Bourget abzusagen.

Technische Probleme mit dem Militärtransportflugzeug A400M haben den Hersteller Airbus erneut in Verlegenheit gebracht. Das Unternehmen sagte wegen eines Triebwerksproblems einen Show-Flug auf der Luft- und Raumfahrtschau im französischen Le Bourget ab.

"Ich habe alle Show-Vorführungen im Fluge absagen lassen, wir wollen kein Risiko eingehen", erklärte der Chef der Airbus-Militärsparte, Domingo Urena-Raso. Es sei lediglich eine Vorsorgemaßnahme. Die Maschine werde zwar bei der Eröffnung am Montag im Überflug zu sehen sein, anschließend werde sie jedoch am Boden bleiben. Wie lange es dauert und wie viel es kostet, das Problem zu lösen, blieb zunächst offen. Das beanstandete Getriebe werde ausgebaut und zur Analyse an den italienischen Hersteller geschickt.

Airbus deutete jedoch nicht an, dass sich der Termin für die Erstauslieferung Anfang 2013 verzögern könnte. Alle Testflüge liefen weiter wie vorgesehen, das Programm liege im Zeitplan, sagte Urena-Raso. Die Zulassung werde weiter zum Jahresende erfolgen.

Technische und andere Probleme ...

Der Bau des A400M ist Europas wichtigstes Rüstungsprojekt. Die Entwicklung des Flugzeugs liegt jedoch bereits vier Jahre im Zeitplan zurück. Auch wird das Milliardenprojekt deutlich teurer als ursprünglich vorgesehen. Um die Finanzierung gab es einen heftigen Streit, der erst Ende 2010 beigelegt wurde.

Der A400M ist als Mehrzweck-Militärtransporter mit extrem vielseitigen Fähigkeiten konzipiert. Das 45 Meter lange Flugzeug soll 37 Tonnen Nutzlast bis hin zu gepanzerten Fahrzeugen, Hubschraubern oder schwerem Räumgerät über 8700 Kilometer transportieren können. Zu den sieben Käuferstaaten gehören neben Frankreich und Deutschland die Türkei, Großbritannien, Belgien, Luxemburg und Spanien. Deutschland wird 53 der Flugzeuge kaufen. Zum Jahreswechsel 2012/2013 soll die erste A400M an die französische Luftwaffe ausgeliefert werden. Für die nächsten 30 Jahre hofft Airbus auf den Absatz von 400 bis 500 Maschinen.

Verzögerungen beim A350

Neben den Problemen mit dem A400M musste Airbus Verzögerungen bei seinem künftigen Langstreckenflugzeug A350 ankündigen. Zwei der drei Versionen würden später geliefert als geplant, kündigte der europäische Flugzeughersteller an. Nach Angaben von Vize-Geschäftsführer Fabrice  Bréguier verzögert sich die Auslieferung dieses Mal jedoch nicht wegen Produktionsproblemen. Vielmehr würden die beiden Versionen auf Kundenwunsch mit leistungsfähigeren Triebwerken ausgestattet.

Nach Angaben Bréguiers soll die Version A350-900 wie geplant  Ende 2013 geliefert werden. Bei der kürzeren Version A350-800  verschiebe sich der Termin von 2014 auf Mitte 2016, bei der  längeren Version A350-1000 von 2015 auf Mitte 2017. Die  Airbus-Ankündigung kommt nicht überraschend, da bereits mehrere  Kunden Änderungswünsche an den Maschinen geäußert hatten.

Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy eröffnet am Montag die 49. Pariser Luftfahrtmesse. Zu der weltweit größten Luftfahrtschau Le Bourget werden rund 2100 Aussteller erwartet. Die Organisatoren  erwarten, dass sich der beginnende Wirtschaftsaufschwung in zahlreichen Bestellungen niederschlagen wird. Auch Airbus rechnet mit einer guten Messe.

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Quelle: n-tv.de

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