Saft aus abertausend RübenGewinnsprung für Südzucker
Die neuen Rahmenbedingungen im EU-Zuckermarkt kennt Gewinner und Verlierer. Der im MDax notierte Branchenriese Südzucker verdient im abgelaufenen Geschäftsquartal deutlich mehr.
Europas größter Zuckerproduzent Südzucker hat im dritten Geschäftsquartal 2009/2010 einen kräftigen Gewinnsprung verbucht. Angesichts nachlassender Belastungen aus der Reform der EU-Zuckermarktordnung stieg das operative Ergebnis um 26,8 Prozent auf 129,4 Mio. Euro.
Der Überschuss nach Minderheiten konnte mit 56,7 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt werden, wie Südzucker mitteilte. Durch die Quotenrückgabe im Segment Zucker sank der Umsatz im dritten Quartal um 4,4 Prozent auf 1,5 Mrd. Euro.
Im Gesamtjahr, das in den Südzucker-Büchern mit dem Februar endet, peilt das Unternehmen weiterhin einen Umsatz auf Vorjahresniveau von 5,9 Mrd. Euro an. Das operative Ergebnis soll rund 400 (Vorjahr 258) Mio. Euro betragen.
Das Mannheimer Unternehmen stellt neben Zucker auch Stärke, Fruchtsaftkonzentrate, Tiefkühlpizza oder Bioethanol her. Die Nachfrage nach dem Biokraftstoff, der aus Zuckerrüben oder Getreide gewonnen wird, boomt seit Jahren. Deswegen ist die Sparte auch ein Garant für wachsende Umsätze.
Anders sieht es beim Ergebnis aus. Reparaturarbeiten führten im neuen Werk in Belgien zu Produktionsausfällen und belasteten im dritten Quartal den Gewinn. Die börsennotierte Bioethanol-Tochter Cropenergies, an der Südzucker die Mehrheit hält, hatte deswegen bereits mitgeteilt, dass sie auch im Gesamtjahr einen Ergebnisrückgang ausweisen wird.