Dienstag, 04. Mai 2010
Leerverkäufe: Goldman muss blechen
(Foto: REUTERS)
Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat Leerverkäufe nicht korrekt ausgeführt und muss deshalb fast eine halbe Million Dollar Strafe zahlen. Die Regulierungsaufsicht des New Yorker Börsenbetreibers NYSE Euronext verhängte die Strafe von 450.000 Dollar, die zur Hälfte an das US-Finanzministerium geht.
Die Handelsabteilung von Goldman Sachs habe zwischen dem 9. Dezember 2008 und dem 22. Januar 2009 rund 385 Aufträge für Leerverkäufe akzeptiert, ohne sich jedoch vorher die Aktien geliehen zu haben, erläuterte der Börsenbetreiber. Bei Leerverkäufen wetten Investoren auf fallende Kurse von Wertpapieren. Sie leihen sich Aktien von anderen Anlegern, verkaufen diese und versuchen sich anschließend billiger damit einzudecken.
Goldman Sachs akzeptierte NYSE Regulations zufolge die Strafzahlung, räumte aber kein Fehlverhalten ein. Ein Sprecher von Goldman erklärte, ein Fehler in der Abwicklung sei Grund für die Verstöße. Die automatisierten Arbeitsvorgänge seien in der Zwischenzeit verbessert worden. Den Kunden sei kein finanzieller Schaden entstanden.
Gegen Goldman Sachs läuft derzeit ein Betrugsverfahren. Die US-Börsenaufsicht SEC hatte Mitte April offiziell Klage eingereicht. Sie wirft den Beschuldigten vor, Investoren wichtige Informationen über ein kompliziertes, auf Hypothekenkrediten basierendes Anlageprodukt verschwiegen zu haben.
rts
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