Wirtschaft
Goldman-Chef Blankfein kann zufrieden sein mit den Quartalszahlen.
Goldman-Chef Blankfein kann zufrieden sein mit den Quartalszahlen.(Foto: picture alliance / dpa)

Gewinnwachstum satt und Ärger wegen "Fabulous Fab": Goldman setzt wieder Maßstäbe

Wenn das Investmentbanking läuft, sprudeln bei Goldman Sachs die Gewinne. Das 2. Quartal liefert den Beweis. Trotz eines schwierigen Marktumfelds kann der Branchenprimus seinen Überschuss verdoppeln. Analysten und Anleger sind positiv überrascht - auch von einer Personalentscheidung.

Nach JP Morgan, Wells Fargo und der Citigroup hat auch die US-Investmentbank Goldman Sachs im 2. Quartal 2013 prächtig verdient. Der Überschuss verdoppelte sich auf 1,86 Mrd. Dollar, wie das Institut mitteilte. Dabei profitierte der Branchenprimus unter anderem vom Handel mit Anleihen, auch mit risikoreicheren Investments auf eigene Rechnung. Die Analystenerwartungen übertraf Goldman damit klar. Auch bei den Einnahmen, die verglichen mit dem Vorjahr um 30 Prozent auf 8,61 Mrd. Dollar zulegten, schnitt das Geldhaus überraschend gut ab.

Goldman-Chef Lloyd Blankfein sprach von einem soliden Ergebnis. Die konjunkturelle Erholung in den USA habe zu einer verstärkten Nachfrage der Kunden geführt. Die Aktien des Geldhauses stiegen nach Bekanntgabe der Zahlen vor Börsenbeginn in den USA um 1,3 Prozent.

Die Sparte, die das eigene Kapital an den Märkten anlegt, wies Quartalseinnahmen von 1,42 Mrd. Dollar aus, nachdem es im Jahr zuvor nur 203 Mio. Dollar waren. Im Investmentbanking erhöhten sich die Erträge um 29 Prozent auf 1,55 Mrd. Dollar. Goldman betonte, dieses Jahr erneut bei der Beratung von Fusionen und Übernahmen die Nase vorn zu haben.

Gleichzeitig vermeldete Goldman Sachs eine "Rückkehr": Eon-Finanzvorstand Marcus Schenck verlässt nach sieben Jahren den deutschen  Energiekonzern und arbeitet künftig wieder für die US-Investmentbank. Schencks Nachfolge als Leiter des Finanzressorts bei Eon wird im Oktober Klaus Schäfer. Er ist seit 17 Jahren im Konzern. Derzeit leitet er die Sparte Global Commodities, in der der Energiehandel und das globale Gasgeschäft gebündelt sind.

"Fabulous Fab"

Schlechte Nachrichten gibt es unterdessen für das Unternehmen aus dem gerade begonnenen Prozess gegen den ehemaligen Goldman-Manager Fabrice Tourre. Der Ex-Banker - auch bekannt unter dem Spitznamen "Fabulous Fab" - steht wegen Betrugs vor Gericht. Der heute 34-Jährige soll Investoren mit irreführenden Informationen über ein Anlageprodukt getäuscht haben. Tourre weist die Vorwürfe zurück. Kritiker der Wall Street sehen in dem Fall ein typisches Verhalten von Bankern im Vorfeld der Finanzkrise.

Die US-Banken können damit schon jetzt auf eine sehr erfolgreiche Berichtssaison zurückblicken. Letzte Woche hatten JP Morgan und Wells Fargo Milliardengewinne ausgewiesen. Anfang der Woche folgte die Citigroup, die mit einem starken Ergebnis die Marktteilnehmer überraschte. In den nächsten Tagen legen Bank of America und Morgan Stanley Zahlen für das 2. Quartal vor.

Quelle: n-tv.de

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