Wirtschaft

Genug vom ChaosHGAA-Chef Pinkl geht

22.02.2010, 20:57 Uhr

Die ehemalige BayernLB-Tochter Hypo Group Alpe Adria (HGAA) muss sich einen neuen Chef suchen. Amtsinhaber Franz Pinkl bewirbt sich nicht mehr um den Posten.

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HGAA-Gebäude in Klagenfurt. (Foto: REUTERS)

Der Chef der ehemaligen BayernLB-Tochter Hypo Group Alpe Adria (HGAA), Franz Pinkl, tritt ab. Er werde sich nicht mehr um den Posten als Vorstandschef bewerben, teilte der Manager in einer persönlichen Erklärung mit. Bis zum 20. März sind vier Vorstandsposten der seit Dezember dem österreichischen Staat gehörenden Krisenbank ausgeschrieben, darunter auch der derzeit von Pinkl bekleidete Posten als Vorstandschef.

Nach der Notverstaatlichung vor zwei Monaten hatte das Finanzministerium betont, dass Pinkl im Amt bleiben solle. Nun informierte dieser jedoch die Mitarbeiter der Bank in der Erklärung über seine Entscheidung. Die ihm im Vorfeld seiner Berufung zum Vorstandsvorsitzenden von den damaligen Eigentümern dargestellte Lage der Bank habe sich in der Folge als weit dramatischer erwiesen als dargestellt, begründete der Manager seinen Entschluss.

Mittlerweile sei die Bank aber stabilisiert und mit dem Eigentümerwechsel in deutlich ruhigeres betriebswirtschaftliches Fahrwasser gelangt, schrieb Pinkl. Der HGAA-Chef hatte seinen Posten in Klagenfurt am 1. Juni 2009 angetreten.

Das Finanzdebakel um die HGAA hat die BayernLB 3,7 Milliarden Euro gekostet. Derzeit prüft zudem die Staatsanwaltschaft den Verdacht, dass die BayernLB im Jahr 2007 absichtlich zu viel für die marode HGAA bezahlt haben könnte.

Quelle: wne/dpa