Wirtschaft

Nonnenmacher will Aufregung beendenHSH-Chef kämpft um seinen Job

31.10.2010, 12:41 Uhr

HSH-Chef Nonnenmacher stört die Diskussion um die Bank und warnt davor, die Sanierung kaputtzureden. Der Zustand der Daueraufregung müsse beendet werden.

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HSH-Nordbank-Chef Dirk Jens Nonnenmacher. (Foto: picture alliance / dpa)

Angesichts zunehmender Kritik der Eigner kämpft HSH-Nordbank-Chef Dirk Jens Nonnenmacher um seinen Posten. Er bekräftigte seine Bereitschaft, den Anteilseignern, Hintergrund und Umfang von Sicherheitsmaßnahmen der Bank "angemessen" zu erläutern. "Alle Informationen liegen transparent aufgearbeitet vor." Der Zustand der "Daueraufregung" bei Politik und Öffentlichkeit müsse beendet werden, sagte der HSH-Chef. Sonst drohe die Sanierung der Landesbank in Gefahr zu geraten. "Das wäre bitter für die Länder - und es wäre gefährdend für die Wirtschaft in der Region", betonte Nonnenmacher.

Die krisengeschüttelte HSH hatte im zweiten Quartal das erste Mal seit langem wieder schwarze Zahlen geschrieben. Das staatlich gestützte Institut ist der größte Schiffsfinanzierer und damit wichtig für Norddeutschland. Nonnenmacher soll am Montag vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss in Kiel aussagen. Auch in Hamburg versucht ein Untersuchungsausschuss Licht in das HSH-Debakel zu bringen. Hamburg und Schleswig-Holstein hatten das durch Fehlspekulationen in Schieflage geratene Institut mit drei Milliarden Euro vor dem Aus gerettet und halten 85,5 Prozent an der Landesbank.

Vertrauen strapaziert

Die beiden Länder hatten vergangene Woche angekündigt, mit HSH-Aufsichtsratschef Hilmar Kopper über die Zukunft des umstrittenen Bankschefs sprechen zu wollen. Das Vertrauen in Nonnenmacher sei "erheblich strapaziert", hatte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen gesagt. Ähnlich äußerte sich Hamburgs Bürgermeister Christoph Ahlhaus. Nach Informationen des "Hamburger Abendblatt" wollen die Eigner Nonnenmacher konkretes Fehlverhalten nachweisen, um ihn ohne Abfindung entlassen zu können.

Die beiden Landesregierungen wollen Nonnemacher zunächst die Möglichkeit geben, offene Fragen zu klären. Sie wollen von ihm erfahren, wer Aufträge an die Detektei Prevent unterzeichnet hat. Die Bank hatte eingeräumt, dass die Sicherheitsfirma eine öffentliche Diskussionsveranstaltung mit Politikern besucht hat. Die Eigner wollen wissen, ob auch Politiker der beiden Landesregierungen ausgespäht wurden. Die HSH argumentiert damit, die Detektei damit beauftragt zu haben, ihr ein Bild über die "Gefährdungslage" der Bank zu verschaffen, nachdem Mitarbeiter anonyme Droh-Emails erhalten hätten. Nonnenmacher wies Kenntnis oder gar die Billigung von unredlichen Vorgängen in diesem Zusammenhang mit Aktivitäten von Prevent erneut vehement zurück.

Quelle: rts