Wirtschaft

Streit über "Projekt Shisha"?HSH trennt sich von Chefjustiziar

10.03.2011, 18:45 Uhr
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(Foto: dpa)

Seit Monaten steht die HSH Nordbank im Mittelpunkt von diversen Affären. Jetzt muss der Chefjustiziar Gößmann endgültig gehen. Gößmann, der als enger Mitarbeiter von Ex-Chef Nonnenmacher galt, soll in der "Shisha"-Affäre verstrickt sein.

Die HSH Nordbank trennt sich von ihrem Chefjustiziar Wolfgang Gößmann. Die Bank habe dem Juristen gekündigt, bestätigte ein Sprecher entsprechende Berichte der "Süddeutschen Zeitung" und des "Spiegels". Weitere Details wollte er nicht nennen. Wie die "Süddeutsche Zeitung" aus Bankkreisen berichtet, handele es sich um eine ordentliche und fristgemäße Kündigung zum September 2011. Bis dahin müsse der Jurist auch nicht mehr in der HSH erscheinen. Der ehemalige Vorstandschef der Bank, Dirk Jens Nonnenmacher hatte keine Kündigung erhalten, stattdessen wurde sein Vorstandsvertrag aufgehoben und mit mehreren Millionen Euro ausbezahlt.

Gößmann ist bereits seit Sommer vergangenen Jahres freigestellt. Er soll den Berichten zufolge millionenschwere Zahlungen an die Sicherheitsfirma Prevent abgezeichnet haben. Dabei soll es um Projekt "Shisha" (Wasserpfeife) gegangen sein: Prevent wurde beauftragt, "wirtschaftliche und politische Lobbyarbeit" machen, um einen Rechtsstreit mit einer türkischen Reederei zu Gunsten der Bank zu beeinflussen. Der Sicherheitsfirma wurden 3,5 Mio. Euro als "Erfolgshonorar" gezahlt, obwohl der Fall später zuungunsten der Bank ausging. Eine österreichische Beratungsfirma bekam für ein Gutachten in dem Zusammenhang 1,5 Mio. Euro.

Gößmanns Anwalt erklärte laut "Spiegel", er könne "derzeit nicht klären", ob die "aufgelisteten Zahlungen zutreffend wiedergegeben sind". Unabhängig davon seien "alle Leistungen", auch etwaige weitere Zahlungen, gegebenenfalls durch den Bereich Shipping unter Mitwirkung des Shipping-Vorstandes veranlasst worden. Der damals für Schiffsfinanzierungen zuständige Vorstand Peter Rieck, mit dem Gößmann den Fall abgestimmt haben will, schließt hingegen laut dem Bericht zufolge kategorisch aus, von den vertraglichen Honorarvereinbarungen mit Prevent Kenntnis gehabt zu haben.

Quelle: sla/rts