Wirtschaft

Weniger faule KrediteHVB verdoppelt Gewinn

10.11.2010, 09:34 Uhr

Die konjunkturelle Erholung macht sich positiv in der Bilanz der Hypovereinsbank bemerkbar: Mit Hilfe einer mehr als halbierten Kreditrisikovorsorge ist im dritten Quartal unterm Strich ein überzeugender Gewinnsprung gelungen. Operativ lief es dagegen nicht so rund.

HVB-Weimer
Der Vorstandssprecher der HypoVereinsbank, Theodor Weimer. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Hypovereinsbank (HVB) hat im dritten Quartal dank einer drastisch gefallenen Risikovorsorge für faule Kredite ihren Gewinn nahezu verdoppelt. Der Überschuss legte um 95 Prozent auf 419 Mio. Euro zu, wie die Tochter der italienischen Großbank UniCredit in München mitteilte. Die Risikovorsorge reduzierte sich um 70 Prozent auf nur noch 155 Mio. Euro. Hierin spiegelt sich die konjunkturelle Erholung wider.

Operativ lief es dagegen nicht rund: Das Handelsergebnis brach um mehr als die Hälfte auf 293 Mio. ein, der wichtige Zinsüberschuss ging leicht auf 1,01 Mrd. Euro zurück. Bei der HVB ist das Investmentbanking der UniCredit gebündelt. Das Segment Firmenkunden & Investmentbanking steuerte wieder einmal den Löwenanteil zum HVB-Gewinn bei - vor Steuern waren es im dritten Quartal 474 Mio. Euro. Das Privatkundengeschäft schwächelte wie fast immer und kam nur auf ein Vorsteuerergebnis von sieben Mio. Euro.

Weimer: Schlussquartal wird schwierig

Bankchef Theodor Weimer sagte, 2010 solle beim Vorsteuerergebnis das Niveau des Vorjahres deutlich übertroffen werden. Dieses Ziel hat die Bank allerdings bereits nach den ersten neun Monaten geschafft. Weimer betonte, dass das vierte Quartal eine Herausforderung werde. In Deutschland sei es für Geldhäuser weiterhin schwierig, Geld zu verdienen. Hinzu kämen Lasten aus einer strengeren Regulierung nach der Finanzkrise.

Mit ihrem Ergebnis kann sich die HVB sehen lassen: Die Deutsche Bank hatte sich im Sommerquartal im Kerngeschäft Investmentbanking zwar besser geschlagen als viele Konkurrenten in Europa und den USA. Eine satte Abschreibung auf die Beteiligung an der Postbank drückte den deutschen Branchenprimus allerdings ins Minus: Nach Steuern betrug der Verlust 1,2 Mrd. Euro. Die Commerzbank kam wegen zahlreicher Baustellen nur auf einen Quartalsüberschuss von 113 Mio. Euro.

Unicredit verbucht Gewinnrückgang

Die größte italienische Bank und HVB-Mutter Unicredit verbuchte im dritten Quartal einen Gewinnrückgang zum Vorjahr um 15 Prozent verbucht. Die Bank wies einen Nettogewinn in Höhe von 334 Mio. Euro aus und verfehlte damit die Markterwartungen. Der Gewinn war aber höher als noch im zweiten Quartal, als er 148 Mio. Euro betrug. Analysten hatten im Schnitt mit 379 Mio. Euro gerechnet.

Federico-Ghizzoni
Federico Ghizzoni steht seit dem 30. September an der Spitze der Unicredit. (Foto: picture alliance / dpa)

Die Bank hatte zuletzt vor allem mit Personalien Schlagzeilen gemacht, nachdem der langjährige Chef Alessandro Profumo den Spitzenposten nach einem Machtkampf mit den Aktionären niedergelegt hatte. Zur künftigen Strategie unter dem neuen Chef Federico Ghizzoni sagte die Bank nichts. Ghizzoni hatte kürzlich in einem Interview gesagt, er wolle die Strategie seines Vorgängers fortsetzen. Dazu gehöre auch der Standort Deutschland.

Quelle: rts