Zement für Bauprojekte in aller WeltHeidelcement mörtelt sich hoch
In der Bilanz des größten deutschen Baustoffkonzern zeigen sich die Anzeichen des Aufschwung. Gute Geschäfte in Nordamerika, Asien und Afrika gleichen die Folgen des harten Winters in weiten Teilen Europas nahezu aus.
Heidelbergcement hat trotz Zuwächsen bei Umsatz und operativem Ergebnis die Erwartungen des Finanzmarktes an das vergangene Jahr knapp verfehlt. Der Umsatz kletterte 2010 im Zuge der weltwirtschaftlichen Erholung um 5,8 Prozent auf 11,764 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis legte um 8,6 Prozent auf 1,43 Milliarden Euro zugelegt.
Im Schlussquartal des vergangenen Jahres habe ein "früher und extrem starker" Wintereinbruch in weiten Teilen Europas zu Absatz- und Umsatzeinbrüchen geführt, teilte der größte deutsche Baustoffhersteller mit. Im Vorfeld befragte Analysten hatten im Schnitt für das Jahr 2010 mit einem Anstieg der Erlöse auf 11,81 Mrd. Euro und einem Zuwachs beim operativen Ergebnis auf 1,45 Mrd. Euro gerechnet.
Eine deutliche Erholung in Nordamerika und Europa verhalfen dem im Dax notierten Baustoffkonzern im vierten Quartal dennoch zu Zuwächsen bei Umsatz und Ergebnis. Der Umsatz legte von Oktober bis Dezember um 5,9 Prozent auf rund 2,9 Mrd. Euro zu. Dazu beigetragen hätten auch Nordamerika, Asien und Afrika, hieß es. Der operative Gewinn vor Abschreibungen (Ebitda) sei nach vorläufigen Zahlen um 20,6 Prozent auf 598 Mio. Euro gestiegen.
Der Absatz ging hingegen leicht um 2,7 Prozent auf 19,6 Mio. Tonnen zurück. Für das laufende Geschäftsjahr erwarten die Heidelberger ein anhaltendes Wachstum in den Regionen Asien-Pazifik und Afrika-Mittelmeerraum sowie eine weitere Erholung in Nordamerika und Europa.
Einen konkreteren Ausblick in das laufende Jahr wagte der Vorstand nicht. Angesichts eines steigenden Kostendrucks vor allem bei Energie konzentriere sich Heidelbergcement auf mögliche Kosteneinsparungen und beabsichtige die Verkaufspreise erhöhen, erklärte Vorstandschef Bernd Scheifele die Unternehmensstrategie. Der Konzern werde seinen Worten nach vom wirtschaftlichen Aufschwung in diesem und im nächsten Jahr überproportional profitieren.