Verluste nicht mehr zu verhindernHeideldruck kassiert Prognose
Die wachsende Konjunkturunsicherheit schafft bei Heidelberger Druckmaschinen Fakten. Weil Kunden ihre Investitutionen zurückfahren, muss der Weltmarktführer sein Ziel eines ausgeglichenen Vorsteuerergebnisses streichen. Nun will das Unternehmen auf die Kostenbremse treten.
Der weltgrößte Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck rechnet im laufenden Geschäftsjahr nicht mehr mit einem ausgeglichenen Vorsteuerergebnis. Angesichts der konjunkturellen Aussichten wird sich die Nachfrage in der zweiten Geschäftsjahreshälfte nach Einschätzung des Unternehmens schwächer entwickeln als erwartet. Heidelberger Druck hatte noch im August mit einem ausgeglichenen Vorsteuerergebnis gerechnet.
Auch Umsatz und operatives Ergebnis dürften sich nicht auf dem angestrebten Niveau bewegen. Daher will das Unternehmen nun kurzfristig bei Sachkosten und Personal sparen. Im gesamten Geschäftsjahr 2011/12 rechnet Heidelberger aber dennoch mit einer "spürbaren Verbesserung" des operativen Gewinns.
Rückspiegel
Die Entwicklung des zweiten Quartals entsprach noch den Erwartungen des Unternehmens. Vorläufigen Zahlen zufolge lag das operative Ergebnis (EBIT) bei plus fünf Mio. Euro (Vorjahr: minus sechs Mio. Euro). Der Umsatz lag mit 636 Mio. Euro auf Vorjahresniveau, während der Auftragseingang von 650 auf 668 Mio. Euro stieg.
Konjunkturellen Unsicherheiten dürften sich aber bremsend auf das Investitionsverhalten in der Branche auswirken, teilte das Unternehmen mit. An seinen mittelfristigen Gewinnzielen will das Unternehmen aber festhalten. Dies gelte auch für den Fall, dass "sich die geplante Umsatzsteigerung auf über drei Mrd. Euro aufgrund der Nachfrageschwäche zeitlich verzögern sollte", sagte Vorstandschef Bernhard Schreier.