Sauberes ErgebnisHenkel besser als erwartet
Der Konsumgüterkonzern erntet die Früchte seines strikten Sparkurses. Nach einem erfolgreichen zweiten Quartal blickt der Vorstand deutlich optimistischer in die Zukunft. Das bereinigte operative Ergebnis soll nun statt 15 ganze 25 Prozent zulegen.
Der Konsumgüterkonzern Henkel hat dank besserer Geschäfte seiner Klebstoffsparte Umsatz und Gewinn im zweiten Quartal in die Höhe geschraubt und seine Jahresprognose daraufhin angehoben. Der Düsseldorfer Hersteller von Persil und Pritt will nun 2010 das bereinigte Ebit und das bereinigte Ergebnis je Vorzugsaktie (EPS) um "mehr als 25 Prozent" steigern. Bislang hatte der Vorstand einen Zuwachs von mehr als 15 Prozent in Aussicht gestellt.
Die "erfolgreiche Entwicklung unserer Geschäfte" habe sich auch im zweiten Quartal fortgesetzt, bilanzierte Henkel-Chef Kasper Rorsted. Der Umsatz legte im zweiten Quartal um 11,6 Prozent auf 3,89 Mrd. Euro zu. Bei einem operativen Gewinn (Ebit) von 421 (Vorjahreszeitraum: 279) Mio. Euro kletterte der Überschuss nach Anteilen Dritter auf 273 (143) Mio. Das um Restrukturierungsaufwendungen bereinigte Ebit stieg um 54,5 Prozent auf 476 Mio. Euro.
Sparkurs zahlt sich aus
Mit den Geschäftszahlen übertraf der Dax-Konzern die Erwartungen des Marktes. Analysten hatten im Mittel einen Umsatz von 3,751 Mrd. Euro, ein Ebit von 420 Mio. Euro und einen Überschuss von 263 Mio. Euro prognostiziert.
Rorsted hatte in der Krise auf einen strikten Sparkurs gesetzt, um Henkel profitabler zu machen. Die Zahl der Beschäftigten sank binnen Jahresfrist um über 3000 Menschen auf 48.133. Im Jahr 2012 will Rorsted eine bereinigte Umsatzrendite von 14 Prozent erreichen. Das Ziel gelte weiter, sagte ein Sprecher. Im Quartal lag die bereinigte Marge bei 12,2 Prozent.
Stark mit Klebern
Die Klebstoff- und Industriesparte, größter Bereich bei Henkel, konnte den operativen Gewinn mit 222 Mio. Euro mehr als verdoppeln - vor Jahresfrist stand ein Ebit von 95 Mio. Euro in den Büchern. Auch der Umsatz legte auf 1,89 (1,58) Mrd. Euro zu. Henkel hatte den Bereich durch den Zukauf von Aktivitäten des Konkurrenten National Starch 2008 deutlich ausgebaut. Wegen der Krise wichtiger Abnehmer-Branchen wie der Autoindustrie wurden 2009 aber herbe Rückgänge verbucht. Die Kosmetiksparte steigerte den Umsatz im abgelaufenen Quartal um fünf Prozent. Bei Waschmitteln verbuchte Henkel einen leichten Rückgang, konnte aber auch hier deutlich profitabler arbeiten.
Konkurrent L'Oreal hatte zuletzt ebenfalls einen deutlichen Umsatzanstieg vermeldet. Wettbewerber Procter & Gamble konnte ebenfalls zulegen, leidet aber unter hohen Werbekosten.