Wirtschaft

Milliardär soll mitmischenHoffnung für Saab

22.12.2009, 13:24 Uhr

Hinter dem verbesserten Kaufangebot des niederländischen Sportwagenherstellers Spyker für den schwedischen Autobauer Saab steckt einem Medienbericht zufolge ein "geheimnisvoller niederländischer Milliardär".

RTR1V26E
Blick in den Spyker D12: Wenn die Amerikaner zustimmen, steigen die Niederländer bei den Schweden ein. (Foto: REUTERS)

"Mehrere den Verhandlungen nahe stehende Quellen berichten von einem niederländischen Milliardär", berichtete die Zeitung "Svenska Dagbladet". Einen Namen nannte die Zeitung nicht. Sie zitierte den niederländischen "De Telegraaf", der berichtete, dass der Geschäftsmann Marcel Boekhoorn oder der Medienmogul John de Mol hinter Spykers Angebot für Saab stehen könnten. Beide hatten früher bei Spyker investiert. Boekhoorn stieg 2007 mit 7,5 Millionen Euro bei Spyker ein und kaufte 5,7 Prozent. Allerdings hieß es aus anderen Quellen, dass de Mol nicht hinter dem neuen Spyker-Angebot für Saab stehe.

Spyker hatte sein Kaufangebot für Saab am Wochenende nachgebessert, nachdem die Mutter General Motors die Verhandlungen für gescheitert erklärt hatte. In Stockholm verhandelten Vertreter von Spyker und GM.

Laut "Svenska Dagbladet" hat GM nicht zulassen wollen, das technische Know-how von Saab nach Russland abfließt. GM hat sich bislang nicht zu dem nachgebesserten Angebot geäußert.

GM war nach Angaben der Zeitung nur bereit zu weiteren Verhandlungen, weil die Hauptaktionäre von Spyker, die russischen Investoren Wladimir und Alexander Antonow, nicht mehr hinter dem Angebot für Saab stünden. Auch der zweitgrößte Spyker-Anteilseigner, der staatliche Investmentfonds Mubadala aus Abu Dhabi, sei nicht an dem nachgebesserten Angebot für Saab beteiligt.

Finanzhilfe aus Stockholm

Die schwedische Regierung kündigte unterdessen an, die Saab-Mitarbeiter in jedem Fall zu unterstützen. Falls Saab tatsächlich nicht gerettet werden könne, wolle die Regierung vorbereitet sein, sagte Wirtschaftsministerin Maud Olofsson. Die lokalen Behörden und Angestellten müssten nicht beunruhigt sein. Demnach sollen 542 Millionen Kronen (52 Millionen Euro) in die Region fließen, um Weiterbildungsprogramme zu starten und Jobs und mehr Wachstum zu schaffen.

Die Zentrale und das Hauptwerk von Saab liegen im südwestschwedischen Trollhättan. In Schweden arbeiten 3400 Beschäftigte bei Saab. Schwedischen Medienberichten zufolge wären von einer Schließung des Unternehmens mehr als 8000 Arbeitnehmer betroffen, da auch die Zulieferer Werke schließen müssten.

Quelle: wne/AFP