"Big Blue" kämpft gegen Oracle IBM rüstet nach
In der IT-Branche sitzt das Geld derzeit locker: Nachdem Oracle sich bereits mit mehreren Unternehmenskäufen in Milliardenhöhe fit für die Zukunft macht, legt nun IBM nach. "Big Blue" schnappt sich den Datenbankspezialisten Netezza. Experten sehen nun Dell unter Druck.
In der IT-Branche kommt es erneut zu einer
milliardenschweren Übernahme: Der amerikanische IT- und Beratungskonzern IBM
kauft den Datawarehouse-Spezialisten Netezza für insgesamt rund 1,7 Mrd. Dollar
in bar. Es sei eine Vereinbarung über die Transaktion getroffen worden, teilte IBM
mit.
Je Netezza-Aktie zahlt IBM 27 Dollar, was einem Aufschlag von
9,8 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag entspricht. Die Aktionäre der
Netezza müssen der Übernahme durch IBM noch zustimmen. IBM mit Sitz in Armonk
im US-Bundesstaat New York will die Transaktion im vierten Quartal abschließen.
Im frühen Handel an der Wall Street gewinnen Netezza-Aktien 12 Prozent.
Was macht Dell?
Netezza kombiniert, Hardware, Firmware, Betriebssystem und
Datenbank-Software. IBM und Netezza arbeiten bereits seit einigen Jahren
zusammen. Netezza bietet unter anderem Produkte an, mit denen die Unternehmen
wie Amazon oder Regierungen schnell große Datenmengen analysieren können.
Netezza hatte jüngst dank der wieder gestiegenen IT-Ausgaben der Kunden einen
Rekordumsatz von 63,8 Mio. Dollar für das zweite Quartal gemeldet und will im
laufenden Jahr knapp 250 Mio. Dollar einnehmen.
IBM hat in den vergangenen vier Jahren mehr als 12 Mrd. Dollar
für Zukäufe ausgegeben und 23 Unternehmen erworben. Erst vor einigen Wochen
hatte der US-Computerhersteller Hewlett-Packard nach einem Bieterkampf mit Dell
den Datawarehouse-Spezialisten 3PAR gekauft und kurz danach den Hersteller von
Sicherheitssoftware ArcSight. Branchenkenner hatten spekuliert, dass sich Dell
nach der Niederlage im Bieterwettkampf um 3PAR für Netezza interessieren
könnte.