Wirtschaft

Lob für Londons Sparpolitik: IWF glaubt an die Briten

Der Internationale Währungsfonds stärkt der Regierung in London den Rücken: Die Haushaltspolitik von Premierminister David Cameron bezeichnet der amtierende IWF-Chef John Lipsky als "angemessen". Das Lob vom IWF ist ein Tiefschlag für die Opposition. Sie fürchtet um das Wachstum der britischen Wirtschaft.

Der Schatzkanzler und der amtierende Chef des Währungsfonds: George Osborne (links) bedankt sich bei John Lipsky für den Besuch in London.
Der Schatzkanzler und der amtierende Chef des Währungsfonds: George Osborne (links) bedankt sich bei John Lipsky für den Besuch in London.(Foto: REUTERS)

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Prognose für das britische Wirtschaftswachstum gesenkt, die Regierung in London zugleich aber ermahnt, am Sparkurs festzuhalten. Trotz Konjunkturschwäche und gestiegener Inflationsrisiken sollte Großbritannien nach Ansicht des IWF nicht vom eingeschlagenen Sparkurs abweichen.

In seinem jährlichen Konjunkturbericht zu Großbritannien unterstützte der IWF die vom konservativen Regierungschef David Cameron eingeleiteten Maßnahmen zum Defizit-Abbau. Die Senkung des Haushaltsdefizits sei "unbedingt notwendig", heißt es im IWF-Jahresbericht zu Großbritannien. Der Fonds prognostiziert darin ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,5 Prozent in diesem Jahr. Noch im März hatte die IWF-Prognose auf ein Plus von 1,7 Prozent gelautet.

Die Labour-Opposition im britischen Unterhaus wirft der konservativ-liberalen Regierung hingegen vor, mit ihrer Politik das Wachstum abzuwürgen. Der IWF bezeichnete die Konjunkturschwäche und den jüngsten Inflationsschub indes als vorübergehendes Phänomen.

Der kommissarische IWF-Chef John Lipsky nannte die britische Haushaltspolitik auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Finanzminister George Osborne "angemessen". Der IWF erwartet, dass die britische Wirtschaft dieses Jahr um 1,5 Prozent wächst.

Mittelfristig soll die Wirtschaftsleistung um 2,5 Prozent zulegen. Wenn die Konjunktur wie erwartet anziehe, werde die Bank von England ihre Zinsen wohl schrittweise anheben müssen, teilte der IWF weiter mit. Die BOE berät am Donnerstag erneut über den Leitzins. Experten erwarten, dass die Notenbank den ultra-niedrigen Leitzins von 0,5 Prozent nicht antasten wird.

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Quelle: n-tv.de

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