Montag, 18. Januar 2010
"Wir müssen vorsichtig sein": IWF warnt vor zweiter Welle
Experten des Internationalen Währungsfonds (IWF) sehen erste Anzeichen einer geldpolitischen Lockerung in den großen Industrienationen mit Sorge. Ihrer Einschätzung nach droht im schlimmsten Fall ein Rückfall in die Wirtschaftskrise.
Die Feuerlöschaktionen aus den Jahren 2008 und 2009 werden die Steuerzahler noch jahrelang beschäftigen.
(Foto: REUTERS)
IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn hat vor einer zweiten Rezession in einigen Staaten gewarnt, sollte das Ende der Konjunkturhilfen zu früh eingeleitet werden. "In den Industriestaaten verläuft die Erholung zögerlich", sagte Strauss-Kahn. "Wir müssen vorsichtig sein."
Wenn die Hilfen einmal abgesetzt seien, werde es schwierig, bei einem zweiten Abtauchen der Wirtschaft neue Instrumente zu finden. Voraussetzung für einen Beginn der Exit-Strategie seien eine spürbare Rückkehr der privaten Nachfrage und Besserungen auf dem Arbeitsmarkt.
Sobald sich der Aufschwung stabilisiert hat, steht die Haushaltsdisziplin wieder im Vordergrund. Dem Abbau der Staatsverschuldung muss nach Ansicht des IWF-Chefs dann oberste Priorität eingeräumt werden. Er forderte die Staaten auf, für den Schuldenabbau bereits jetzt schnellstmöglich "eine Strategie auszuarbeiten".
Jahrelange Aufräumarbeiten
Viele Industrie- und Schwellenländer hatten in der Krise Konjunkturprogramme aufgelegt, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Weil gleichzeitig die Steuereinnahmen zurückgingen, führten die staatlichen Hilfsmaßnahmen zu einer teils extrem hohen Neuverschuldung.
"Dieses Problem zu lösen, wird Zeit dauern und muss in den kommenden zwei, fünf oder sieben Jahren zweifellos die größte Priorität für die Industriestaaten, aber auch für einige Schwellenländer sein", sagte Strauss-Kahn.
mmo/rts
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