Mittwoch, 09. Juni 2010
Ebbe in den Kassen: Immer mehr Firmen pleite
Die Konjunkturbelebung kommt für viele Unternehmen zu spät. Die Zahl der Insolvenzen in Deutschland steigt zu Jahresbeginn nochmals deutlich an. Vor allem kleinere Unternehmen kämpfen zunehmend mit Zahlungsschwierigkeiten.Die Konjunkturflaute treibt weiterhin tausende Firmen und Privatleute in die Pleite. Allein im März 2010 meldeten die deutschen Amtsgerichte 3125 Unternehmensinsolvenzen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete. Das waren 8,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Damit beschleunigte sich der Anstieg der Firmenpleiten weiter: Im Februar hatte sich die Zahl der Unternehmensinsolvenzen um 6,9 Prozent erhöht, im Januar um 4,2 Prozent.
Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen stieg im März binnen Jahresfrist um 18,1 Prozent auf 10.339 Fälle nach einem Plus von 15,9 Prozent auf 8632 Fälle im Februar. Die Gesamtzahl der Insolvenzen - in die auch ehemalige Selbstständige und Nachlässe einfließen - stieg um 13,9 Prozent auf 16.192.
Im ersten Quartal meldeten die deutschen Amtsgerichte insgesamt 8230 Unternehmensinsolvenzen und damit 6,7 Prozent mehr als im ersten Quartal 2009. Die Verbraucherinsolvenzen nahmen im ersten Vierteljahr mit 27.236 Fällen um 13,0 Prozent zu. Zusammen mit den Insolvenzen von anderen privaten Schuldnern und Nachlässen wurden insgesamt 42 699 Insolvenzen registriert. Das ist ein Anstieg von 9,5 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2009.
Kleinere Firmen tun sich schwererer
"Es trifft jetzt zunehmend die kleineren Unternehmen", kommentierte ein Statistiker die Zahlen. Im Krisenjahr 2009 meldeten sich annähernd 33.000 Firmen zahlungsunfähig, 11,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei traf es unter anderem bekannte Unternehmen wie den einst größten deutschen Versandhändler Quelle, den Porzellanhersteller Rosenthal und die Unterwäschefirma Schiesser.
Trotz der gestiegenen Zahl an Pleiten ging die Summe der offenen Forderungen allerdings zurück: Sie belief sich laut Statistik auf voraussichtlich 8,7 Mrd. Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch 9,7 Mrd. Euro gewesen.
dpa/AFP
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