Wirtschaft

Leichter WachstumsdämpferIndustrie drosselt Fahrt

23.06.2010, 10:48 Uhr

Die deutsche Industrie drosselt ihr hohes Wachstumstempo im Juni. Der Einkaufsmanagerindex sinkt nach vorläufigen Ergebnissen um 0,3 auf 58,1 Zähler.

Dampfer
Kein Grund zur Klage: Der Dampfer brummt trotz Dämpfer. (Foto: picture alliance / dpa)

Die deutsche Industrie hat ihr hohes Wachstumstempo im Juni leicht gedrosselt. Der Einkaufsmanagerindex sank nach vorläufigen Ergebnissen um 0,3 auf 58,1 Zähler, wie die Forscher des Instituts Markit zu ihrer Unternehmensumfrage mitteilten. Im Mai hatte der Frühindikator erstmals seit 15 Monaten nachgegeben - allerdings weit stärker als nun gegen Ende des Quartals. hatten für Juni mit einem Rückgang auf 58,0 Zähler gerechnet. Das Barometer liegt aber noch immer weit über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern.

Die Firmen steigerten die Produktion wieder etwas stärker als im Vormonat und stockten ihre Belegschaften auf. Allerdings zog die Zahl der Neuaufträge nicht mehr ganz so kräftig an wie im Mai. Die Branche hat damit weiterhin kaum Grund zur Klage: Wie aus der jüngsten Umfrage des Münchner Ifo-Instituts hervorgeht, hat sich die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe sogar weiter aufgehellt. Das Wirtschaftsministerium rechnet wie die Bundesbank mit einem kräftigen Anziehen der Konjunktur im Frühjahr. Angetrieben von der brummenden Industrie und der starken Exportwirtschaft könnte das Bruttoinlandsprodukt aus Sicht von Experten von April bis Juni um rund ein Prozent zulegen.

Wie die Industriefirmen mussten jedoch auch die Dienstleister zum Ende des Quartals einen leichten Dämpfer hinnehmen: Der entsprechende Markit-Einkaufsmanagerindex fiel wie erwartet auf 54,6 Punkte von 54,8 Zählern im Mai. Die Zahl der Neuaufträge wuchs nur noch schwach. Zugleich stellten die Firmen nicht mehr so viele neue Mitarbeiter ein wie im Vormonat.

Quelle: rts