Wirtschaft
Geprägt, gezählt, eingerollt: Euro-Münzen vor Beginn ihrer Reise durch den Wirtschaftskreislauf.
Geprägt, gezählt, eingerollt: Euro-Münzen vor Beginn ihrer Reise durch den Wirtschaftskreislauf.(Foto: REUTERS)

Preisauftrieb in der Eurozone: Inflation an der EZB-Grenze

Quer durch den europäischen Währungsraum blicken die Statistiker von Eurostat auf leicht steigende Preise. Auf das Jahr hochgerechnet liegt die Inflationsrate in der Eurozone bei 1,9 Prozent. Ab 2,0 Prozent steht die Europäische Zentralbank unter Zugzwang.

Verantwortlich für die Geldpolitik Südkoreas: Notenbankchef Kim Choong-so.
Verantwortlich für die Geldpolitik Südkoreas: Notenbankchef Kim Choong-so.(Foto: REUTERS)

Im Euroraum hat sich der Preisauftrieb im Oktober leicht verstärkt. Die jährliche Inflationsrate stieg von 1,8 Prozent im Vormonat auf 1,9 Prozent, teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat mit. Die amtlichen Statistiker bestätigten damit ihre vorläufige Zahlen.

Im Monatsvergleich stiegen die Verbraucherpreise um 0,4 Prozent. Experten hatten einen etwas schwächeren Anstieg um 0,3 Prozent erwartet.

Die Teuerung in Deutschland bleibt trotz der deutlich gestiegenen Energie- und Nahrungsmittelpreise auf relativ niedrigem Niveau. Früheren Angaben des Statistischen Bundesamtes zufolge lag die Inflationsrate im Oktober ebenso wie im September bei 1,3 Prozent. Im direkten Vergleich von September zu Oktober dieses Jahres blieb der Preisindex mit plus 0,1 Prozent nahezu unverändert.

Geldflut mit Nebenwirkungen

Mit dem Anstieg der Jahresrate innerhalb der Eurozone nähert sich die Inflation wieder dem Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Notenbank strebt mittelfristig eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent an.

Die Preisentwicklung gilt als eine der wichtigsten Kennzahlen zur Bestimmung des geldpolitischen Kurses innerhalb eines Währungsraumes. In den USA hatten führende Notenbanker das Festhalten am historisch niedrigen Zinsniveau zum Beispiel stets auch mit dem Hinweis auf stabile Verbraucherpreise begründet.

Unter dem Eindruck der Finanzkrise hatten Zentralbanken weltweit ihre Leitzinsen gesenkt. Mittlerweile haben allerdings eine Reihe von Notenbanken bereits ihre Zinswende eingeleitet.

Seoul hebt den Leitzins

Die Zentralbank Südkoreas hob ihren Leitzins bereits zum zweiten Mal an. Angesichts des Aufschwungs der viertgrößten Volkswirtschaft Asiens beschloss der geldpolitische Ausschuss der Bank of Korea am Dienstag, den Zinssatz von 2,25 Prozent um 0,25 Basispunkte auf 2,5 Prozent heraufzusetzen. Die Bank begründete den Schritt mit ihrem Ziel, dem Inflationsdruck entgegenzusteuern.

Der Zinssatz, der für die Kosten der Kredite zwischen den Banken entscheidend ist, war vor gut eineinhalb Jahren auf ein für koreanische Verhältnisse rekordtiefes Niveau von zwei Prozent herabgesetzt worden. Das Ziel war auch hier, die schwache Wirtschaft nach den Erschütterungen durch die Finanzkrise anzukurbeln. Erstmals war der Leitzins im Juli wieder angehoben worden.

Die Zentralbank erwartet für 2010 eine Steigerung des Bruttoinlandsproduktes um 5,9 Prozent. Im vergangenen Jahr wuchs Südkoreas Wirtschaft nur um 0,2 Prozent.

Steilere Raten in China

In Peking bringen die Währungshüter ganz andere Instrumente gegen in Stellung. China will die wachsende Inflation mit Preiskontrollen bei Lebensmitteln bekämpfen. In einem zweiten Schritt werde die Volksrepublik zudem verstärkt gegen Spekulationsgeschäfte auf Mais oder Baumwolle vorgehen, berichteten staatliche Medien.

Die oberste Planungsbehörde, die Nationale Kommission für Entwicklung und Reform, erarbeite derzeit ein ganzes Bündel von Maßnahmen, um die Verteuerung der Produkte abzubremsen, berichtete unter anderen das "China Securities Journal" auf seiner Titelseite.

Genannt wurden abgesehen von den in China möglichen Preisvorgaben im Handel auch Subventionen für den Konsum sowie ein striktes Vorgehen gegen Wucher und das Horten von Produkten. Zudem könnten die Regionen dazu verpflichtet werden, die Preise für ausgewählte Lebensmittel zu steuern.

Die Inflation hat sich in dem stark wachsenden Schwellenland im Oktober auf 4,4 Prozent beschleunigt und lag damit so hoch wie seit 25 Monaten nicht mehr. Allein die Lebensmittelpreise legten um 10,1 Prozent zu. Sie machen etwa ein Viertel des Preisindex aus.

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Quelle: n-tv.de

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