Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)

Preise steigen um 2,4 Prozent: Inflationsdruck lässt nach

Steigende Preise für Energie halten die Teuerung in Deutschland im November über der kritischen Marke von 2 Prozent. Verglichen mit den Teuerungsraten der Vormonate lässt der Druck der Preise jedoch langsam nach. Wegen der schwachen Konjunkturperspektiven hält diese Tendenz Inflationsexperten zufolge an.

Der Preisdruck in Deutschland schwindet und dürfte die Inflationsrate schon bald wieder unter die kritische Marke von zwei Prozent sinken lassen. Im November kosteten Waren und Dienstleistungen nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes im Schnitt 2,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Im Oktober lag die Jahresteuerung bei 2,5 Prozent, im September gab es mit 2,6 Prozent noch ein Drei-Jahres-Hoch.

Fachleute gehen davon aus, dass der Preisdruck wegen der bevorstehenden Konjunkturflaute weiter abebbt. "Wir dürften den Höhepunkt überschritten haben", sagte Unicredit-Analyst Alexander Koch. "Die schlechten Wachstumsaussichten dämpfen auch die Inflationsrisiken", ergänzte Commerzbankerin Ulrike Rondorf.

Seit Jahresanfang liegt die Inflation über der Marke von zwei Prozent, bis zu der die Europäische Zentralbank von stabilen Preisen spricht. "Der Anstieg ist überwiegend auf Preiserhöhungen bei Haushaltsenergie - vor allem bei Heizöl und Gas - zurückzuführen", erklärten die Statistiker zu den November-Daten. In Bayern, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen etwa mussten die Verbraucher rund elf Prozent mehr für Haushaltsenergie zahlen als vor Jahresfrist. Im Vergleich zum Oktober blieben die gesamten Verbraucherpreise unverändert. Details will das Bundesamt am 9. Dezember vorlegen.

Die Fachleute Koch und Rondorf gehen davon aus, dass die Inflationsrate Anfang 2012 wieder unter zwei Prozent rutscht. Auch die Bundesregierung rechnet damit, dass die Teuerung von 2,3 Prozent im Jahresschnitt 2011 im nächsten Jahr spürbar auf 1,8 Prozent sinkt. Rondorf sieht in den nächsten eineinhalb Jahren keine Inflationsrisiken.

Inflation sinkt, Konsum steigt

Das könnte den privaten Konsum stabilisieren, wenn sich der Rückenwind vom Außenhandel weiter abschwächt und die Binnennachfrage künftig fast das gesamte Wirtschaftswachstum schultern muss. Wie die GfK-Marktforscher ermittelt haben, neigen die durch die Schuldenkrise verunsicherten Verbraucher trotz Rezessionssorgen dazu, ihr Geld eher auszugeben als es für niedrige Zinsen anzulegen. Das GfK-Konsumklima für Dezember stieg auf 5,6 Punkte und damit den dritten Monat in Folge. Die Nürnberger Experten gehen davon aus, dass die Deutschen durchschnittlich 241 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben und damit rund 4 Euro weniger als im vorigen Jahr.

Auch wenn der Preisauftrieb in der nächsten Zeit also nachlässt, geht Commerzbankerin Rondorf davon aus, dass "langfristig eine höhere Inflation droht". "Denn die EZB wird aus Rücksicht auf die Probleme der Peripherieländer für lange Zeit eine für Deutschland zu expansive Geldpolitik verfolgen." Die Europäische Zentralbank hat im November ihren Leitzins auf 1,25 Prozent gesenkt und dürften nach Ansicht vieler Marktbeobachter ihre Geldpolitik im Dezember noch einmal auf 1,0 Prozent lockern.

Bilderserie
Video

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen