Moody's nimmt fünf Stufen auf einmalIrlands Bonität purzelt
Die Rating-Agentur Moody's verpasst dem hochverschuldeten Irland erneut eine schlechtere Bonitätsnote. Diesmal geht es aber gleich um fünf Stufen abwärts. Zur Begründung verweist die Agentur auf den Verlust an Finanzstärke des Landes, die unsichere Konjunkturentwicklung und die hohen Verbindlichkeiten der Banken. Der Ausblick bleibt negativ.
Die Ratingagentur Moody's
hat die Kreditwürdigkeit Irlands drastisch herabgestuft. Obwohl Europäische Union
und Internationaler Währungsfonds das Land mit einer Milliardensumme stützen, senkte
Moody's die Bewertung Irlands um gleich fünf Stufen. Die Zinsen für irische Staatsanleihen
dürften damit weiter steigen, die Sanierung des Staatshaushalts könnte noch schwieriger
werden.
Moody's bewertet die Kreditwürdigkeit
Irlands nun mit der Note Baa1, fünf Stufen unter der bisherigen Bewertung Aa2. Zudem
bewertet die Ratingagentur die Aussichten als negativ. Dies könnte bedeuten, dass
Moody's die Note Irlands kurz- oder mittelfristig weiter senkt. Als Grund gab die
Agentur "wachsende Unsicherheiten" angesichts der wirtschaftlichen Lage
und der hohen Staatsverschuldung an.
Spart sich Irland krank?
Irland hatte mit Milliardenbeträgen
seinen taumelnden Banken zur Seite springen müssen, was die Staatsverschuldung explodieren
ließ. EU und IWF gewährten dem Land daraufhin Kredite in Höhe von 85 Mrd. Euro.
Im Gegenzug musste sich Irland zu einem harten Sparplan verpflichten. Moody's erklärte
nun, aufgrund des Sparpakets sei unsicher, wie schnell sich die irische Wirtschaft
erhole. Zudem könnten sich die Staatsschulden von 66 Prozent des Bruttoinlandsproduktes
2009 auf 120 Prozent in den kommenden Jahren fast verdoppeln.
Positiv hob die Ratingagentur
hervor, dass Irland aufgrund seiner niedrigen Steuern weiterhin wirtschaftsfreundlich
sei. Die Regierung in Dublin hatte sich geweigert, im Rahmen des Sparpakets die
extrem niedrigen Steuern für Unternehmen anzuheben. Auch die hohe Flexibilität auf
dem Arbeitsmarkt und das Senken des Mindestlohns in der Krise lobte Moody's.
Vertrauen der Märkte wird teurer
Baa1 ist die achte von 21
Stufen in der Skala von Moody's zur Bewertung der Kreditwürdigkeit. Die Agentur
bewertet Irland damit als Schuldner von mittlerer Qualität, der seine Schulden aber
angemessen bedienen wird. Eine Investition in irische Staatsanleihen wird damit
weiterhin als lohnend bewertet. Moody's folgte mit der Abstufung der Agentur Fitch,
die Irland vergangene Woche auf BBB+ abgesenkt hatte, ebenfalls die achte Stufe.
Standard and Poors wiederum bewertet Irland mit A, der fünften Stufe in der Klassifikation
der Agentur.
Durch die erneute Herabstufung
dürften die Zinsen für neue Kredite Irlands am Kapitalmarkt weiter steigen. Das
Land muss nach eigenen Angaben aber erst im kommenden Sommer wieder neue Anleihen
aufnehmen. Dann kann Irland zunächst auch auf die 85 Mrd. Euro aus dem EU-Rettungsschirm
zurückgreifen - dafür liegen die Zinsen bei rund fünf Prozent. Das ist höher als
der übliche Wert am Markt, aber niedriger als die Risikoaufschläge von zuletzt knapp
acht Prozent für irische Anleihen an den internationalen Finanzmärkten.