Politiker sollen vor GerichtIsland arbeitet Bankenkrise auf

In Island müssen sich möglicherweise der damalige Regierungsschef des Landes, Haarden und drei seiner Minister vor Gericht verantworten. Alle vier hätten bei der 2008 ausgebrochenen Bankenkrise "fahrlässig" gehandelt, lautet das Urteil einer Untersuchungskommission des Parlaments.
Wegen "Fahrlässigkeit"
bei der isländischen Bankenkrise müssen sich der damalige Regierungschef des Landes,
Geir Haarde, und drei seiner Minister womöglich bald vor Gericht verantworten. Eine
Kommission des isländischen Parlaments forderte in einem Bericht die Einberufung
eines speziellen Hohen Gerichts. Neben Haarde sollen demnach der damalige Finanzminister
Arni Mathiesen, Handelsminister Björgvin Sigurdsson und Außenministerin Solrun Gisladottir
"angeklagt und bestraft" werden. Alle vier hätten bei der 2008 ausgebrochenen
Bankenkrise "fahrlässig" gehandelt.
Die Kommission bestätigte
in ihrem Bericht die Schlussfolgerungen eines bereits im April veröffentlichten
Berichts zur isländischen Bankenkrise, den eine vom Parlament eingesetzte Untersuchungskommission
verfasst hatte. Am Montag soll das Parlament anfangen, über den neuen Bericht zu
beraten und über die Nominierung eines Anklägers und der Richter des Sondergerichts
zu entscheiden. Es wäre das erste Mal seit seiner Einrichtung 1905, dass das Hohe
Gericht - Landsdomur genannt - zusammenkommt.
Der isländische Finanzsektor
war im Herbst 2008 mit der Pleite gleich mehrerer Großbanken im Sog der weltweiten
Finanzkrise zusammengebrochen. In der Folge verlor die isländische Krone massiv
an Wert, wodurch zahlreiche der 320.000 Einwohner des Landes ihre Ersparnisse verloren.
Zudem stieg die Arbeitslosigkeit drastisch an, die Regierung musste angesichts massiver
Proteste der Bevölkerung zurücktreten.