PR-Panne bei Goldman SachsJP Morgan stoppt den Spott

Nach den unverblümten Enthüllungen eines Ex-Bankers in der "New York Times" ergießen sich Hohn und Schadenfreude über die US-Großbank Goldman Sachs. Die peinlichen Image-Katastrophe der Konkurrenz lässt JP-Morgan-Chef Dimon nicht unberührt. Er versucht, seine Mitarbeiter zu zügeln.
Der Chef der US-Bank JP Morgan Chase hat nach einer öffentlichkeitswirksamen Kündigung beim Konkurrenten Goldman Sachs seine eigenen Mitarbeiter vor Schadenfreude gewarnt.
Niemand dürfe aus mutmaßlichen Problemen eines Rivalen oder Hörensagen Profit schlagen, erklärte Jamie Dimon in einer firmeninternen Mitteilung - die prompt ihren Weg in die Öffentlichkeit fand. "Auf diese Weise machen wir keine Geschäfte", warnte Dimon seine Mitarbeiter.
Der Goldman-Sachs-Mitarbeiter hatte in einem Artikel in der "New York Times" seine Kündigung erklärt und den Managern "Abzocke" ihrer eigenen Kunden vorgeworfen, die sie als "Vollidioten" bezeichnet hätten.
Die bittere Kritik an der legendären Investmentbank sorgt an der Wall Street für reichlich Gesprächsstoff. Einerseits geht es um das offensichtliche Image-Desaster, das der Bank durch die offenen Worte eines Unzufriedenen Mitarbeiters entstanden ist. Andererseits geht es um die moralischen Fragen dahinter, welche ethischen Standards innerhalb einer Wall-Street-Bank tatsächlich zu erwarten sind.
Die Goldman-Aktie büßte am Tag der Veröffentlichung bis zu 3,4 Prozent ein. Das Management wehrte sich gegen die Kritik und erklärte, die Mehrheit der Angestellte denke anders über ihr Unternehmen.
Trotz aller Beteuerungen passen die Vorwürfe nicht wenigen Kritikern nur zu gut ins Bild: In den vergangenen Monaten hatten unter anderem die Vertreter der Occupy-Bewegung die Übermacht der Banken scharf attackiert und damit den weit verbreiteten Unmut angesichts , und der aufgegriffen.