Freitag, 15. Januar 2010
Trotz hohen Quartalsgewinns: JPMorgan nicht über den Berg
Die US-Bank JPMorgan Chase leidet nach wie vor unter der Finanzkrise. Daran ändern auch gute Geschäfte im Investmentbereich nichts. Sorgen bereiten den Anlegern vor allem die höheren Rückstellungen, mit denen sich das Geldinstitut gegen Ausfälle bei Immobilienkrediten wappnen will.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Trotz eines überraschend hohen Gewinns von 3,3 Milliarden ist die Finanzkrise in den USA für JPMorgan Chase noch nicht ausgestanden. Die zweitgrößte US-Bank steigerte im vierten Quartal dank guter Geschäfte im Investmentbereich ihren Überschuss auf 74 Cent je Aktie und übertraf damit die Erwartungen der Analysten, die mit 61 Cent gerechnet hatten. Ein Jahr zuvor waren es nur sechs Cent pro Anteilsschein gewesen.
An der Börse wurden die Zahlen dennoch verhalten aufgenommen. Die JP Morgan-Aktie fiel im vorbörslichen Handel in New York. Auch andere Bankentitel wie etwa von Wells Fargo und Bank of America gerieten unter Druck.
Sorgen bereitete den Anlegern vor allem die höheren Rückstellungen von allein 4,2 Milliarden Dollar, mit denen sich JP Morgan gegen Ausfälle bei Immobilienkrediten wappnen will. Vor einem Jahr waren es in dem Bereich lediglich 653 Millionen Dollar gewesen. "JP Morgan hat mit seinem Gewinn die Erwartungen zwar deutlich übertroffen, aber einige hatten wohl noch mehr erwartet", sagte ein Händler in Frankfurt.
Hohe Ausfälle beim Kreditgeschäft
Auch die höheren Rückstellungen seien negativ. "Die Bankenkrise ist vielleicht doch noch nicht vorbei", so der Händler. David Buik von BGC Partners in London nannte die Zahlen ebenfalls enttäuschend. "Die Ergebnisse zeigen, dass die US-Wirtschaft noch nicht aus dem gröbsten heraus ist."
JP Morgan-Chef Jamie Dimon sagte, die Ausfälle beim Kreditgeschäft blieben hoch. Hinzu komme die schlechte Lage am Arbeits- und Häusermarkt in den USA. Das Institut ist die erste US-Großbank in dieser Berichtssaison, die ihre Zahlen vorlegt.
Die Einnahmen im vierten Quartal beliefen sich auf 25,2 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit 26,8 Milliarden Dollar gerechnet.
wne/rts
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