Auf der Rolltreppe abwärtsJapan starrt auf die Preise
Die japanische Volkswirtschaft sieht sich mit einem anhaltenden Rückgang der Verbraucherpreise konfrontiert: Die unangenehme Abwärtsspirale dreht sich auch im Februar weiter.
Der Preisverfall in Japan geht unvermindert weiter. Um 1,2 Prozent sanken die Verbraucherpreise im Februar und damit im nunmehr zwölften Monat in Folge, wie die Regierung in Tokio bekanntgab. Eine so lange andauernde Deflation, also ein Preisverfall auf breiter Front, hat es in der zweitgrößten Wirtschaftsnation seit 2003 nicht mehr gegeben. Sie droht nach Ansicht von Ökonomen die ohnehin fragile Erholung der Wirtschaft abzuwürgen. Fallende Preise hemmen die Investitionsbereitschaft von Unternehmen und Verbrauchern. Es seien weitere Maßnahmen nötig, wurde Japans Finanzminister Naoto Kan zitiert.
Erst vergangene Woche hatte die Zentralbank auf politischen Druck hin die Geldschleusen weiter geöffnet und leiht dem Finanzmarkt nun weitere 10 Billionen Yen (rund 81,2 Mrd. Euro) zum festen Zinssatz von nur 0,1 Prozent. Damit verdoppelte die Zentralbank das erst im Dezember im Kampf gegen die Deflation eingeführte Programm. Man werde es nicht dulden, dass die Preise weiter fallen, hieß es.
Der Mechanismus dahinter
Eine Deflation hat schlimme Auswirkungen auf die Wirtschaft. Sie drückt die Umsätze und Gewinne der Unternehmen, die dann Abstand von Investitionen nehmen und Arbeitsplätze abbauen. Verbraucher halten dann wiederum mit Anschaffungen zurück, wodurch sich der Preisverfall noch verschärft. Die Zentralbanken versuchen daher in der Regel, die Nachfrage mit billigem Geld wieder anzukurbeln.
Im Berichtsmonat purzelten die Preise unter anderem bei Fernsehern und Klimaanlagen, aber auch bei Lebensmitteln, Kleidung und Strom. Der Rückgang des sogenannten Verbraucherpreisindexes fiel allerdings geringer aus als im Januar, als die Preise um 1,3 Prozent sanken.