Samstag, 13. Februar 2010
In Griechenland nur zugeschaut: Juncker räumt Fehler ein
Jean-Claude Juncker, Vorsitzende der informellen Euro-Gruppe, gesteht Versäumnisse ein: Die desolate Lage der griechischen Staatsfinanzen hätten viel früher Alarm auslösen müssen.Der Vorsitzende der Euro-Finanzminister, Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker, hat angesichts der desolaten Finanzlage in Griechenland Fehler der Euro-Gruppe eingeräumt. "Wir betrachten die mangelnde Beschäftigung mit der griechischen Lage als mittelmäßig schweren Unterlassungsfehler", sagte Juncker der "Süddeutschen Zeitung". Die Euro-Gruppe werde sich künftig "viel intensiver, viel stringenter mit der Wettbewerbsfähigkeit der Länder beschäftigen".
Juncker forderte angesichts der falschen Angaben, die Griechenland in Brüssel gemacht hat, die europäische Statistikbehörde Eurostat müsse Zugriffsrecht auf nationale Daten erhalten. "Wenn man dauernd Daten bekommt, die der Vorspiegelung falscher Tatsachen entsprechen, und man nicht prüfen kann, wie belastbar die Daten sind, dann ist es schwierig, sich mit jemandem ins Benehmen zu setzen."
Einen Rauswurf Griechenlands aus der Eurozone lehnte Juncker ab. Dies hätte "erdbebenartige, unkontrollierbare Folgen" und würde Griechenland in die Nähe des Staatsbankrotts bringen. "Die Finanzmärkte würden extensiv negativ reagieren. Der Ausstieg wäre das totale Aus für Griechenland." Auch für das Image der Euro-Zone wäre das absolut negativ.
Juncker sprach sich dafür aus, die Wirtschaftspolitik in der Euro- Zone künftig besser zu koordinieren. "Eine Währungszone kann auf Dauer nicht bestehen, wenn die Unterschiede in den Leistungsbilanzen der Volkswirtschaften übergroß werden."
dpa
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