Wirtschaft

Milliardenpoker in der KalibrancheK+S behält Konkurrenz im Blick

29.08.2010, 09:29 Uhr

Der Konzern, der immer wieder als mögliches Übernahmeziel ins Gespräch gebracht wird, sieht den Übernahmekampf um Potash gelassen. Die Lage am Kalimarkt würde sich nicht groß ändern, heißt es. Die ehemalige BASF-Tochter will sich selber auch im Kaligeschäft verstärken.

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Ein Aktionär lauscht K+S-Chef Norbert Steiner auf der Hauptversammlung im Mai. K+S rechnet weiter mit einem deutlichen Umsatz- und Gewinnanstieg. (Foto: picture alliance / dpa)

Die Konsolidierung des Düngemittelmarkts und der Milliardenpoker um Branchenführer Potash lässt den Kassler K+S-Konzern wachsam sein, aus der Ruhe bringt er ihn nicht. "Wir verfolgen die aktuellen Entwicklungen sehr aufmerksam, aber gelassen", sagte Finanzchef Jan Peter Nonnenkamp der "Börsen-Zeitung".

Sollte der Bergbauriese BHP Billiton Potash schlucken, würde sich die Lage am Markt für Kali-Düngemittel nicht grundsätzlich ändern. "Ein Eigentümerwechsel bei Potash würde keine neuen Kapazitäten schaffen. Der weltweite Kalimarkt wird auch weiterhin ausreichend Raum für K+S bieten", sagte Nonnenkamp.

BHP hatte vor knapp zwei Wochen eine 39 Mrd. US-Dollar schwere Offerte für Potash abgegeben und will den kanadischen Konzern nach dessen Zurückweisung nun feindlich übernehmen. In Russland kaufte Milliardär Suleiman Kerimow mit Partnern die Mehrheit an Uralkali. Experten zufolge will er den Konzern mit Silvinit verschmelzen und mit Unterstützung des Kreml einen russischen Kali-Riesen schmieden.

Im Zuge der Konsolidierungswelle wird auch K+S immer wieder als Übernahmeziel genannt. Dies sei angesichts der guten Zukunftsaussichten nicht überraschend, sagte Nonnenkamp. "Aktuell gibt es aber nichts Neues." Sollte jemand ein Angebot für K+S abgeben, werde sich der Konzern damit beschäftigen. K+S ist deutlich kleiner als Rivale Potash und wäre deshalb vergleichsweise leicht zu schlucken. K+S-Chef Norbert Steiner hatte vor einiger Zeit erklärt, das Unternehmen könne ein Übernahmeangebot rein technisch extrem schwer abwehren.

K+S verfolgt eigene Ziele

Nonnenkamp bekräftigte, dass sich K+S aber auch selbst nach Zukäufen umsieht. "Mega-Übernahmen kommen für uns nicht in Frage, das liegt außerhalb unserer finanziellen Möglichkeiten", sagte der Finanzchef. "Aber es gibt durchaus noch andere Optionen, wie wir aktiv werden können." K+S verfüge über eine solide Kapitalausstattung und habe sich für die nächsten fünf Jahre eine Kreditlinie über 800 Mio. Euro gesichert. "Das gibt uns die finanzielle Flexibilität zu agieren, wenn wir es für richtig halten." Angesichts der moderaten Bewertung von Kali-Firmen an der Börse wolle K+S Chancen wahrnehmen.

Neben Zukäufen prüft K+S seit längerem die Wiedereröffnung eines Bergwerks in Rossleben. Zudem verhandelt der Konzern mit seinem Großaktionär Eurochem über gemeinsame Projekte am Ural, wo der russische Konzern eine Lizenz erworben hat. Die Gespräche ziehen sich allerdings schon lange hin. Nonnenkampf äußerte sich nicht dazu, wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist.

Reges Interesse vernimmt K+S für seine Blumenerde-Sparte Compo, die der Konzern im Juni zum Verkauf stellte. "Wir haben rund 20 Interessensbekunden erhalten", sagte Nonnenkamp. "Wir sind aber noch nicht in konkreten Verkaufsverhandlungen, sondern befinden uns noch in einem sehr frühen Stadium."

Quelle: rts