Magna hat InteresseKarmann wird aufgespalten
Der insolvente Autozulieferer Karmann trifft Vorbereitungen zum Verkauf seiner Cabriodach-Sparte an Magna. Das Unternehmen gliedere sich künftig in drei Bereiche, um deren Verkauf zu erleichtern.
Um den Einstieg von Investoren beim insolventen Autozulieferer Karmann zu vereinfachen, wird das Unternehmen in drei Teilbetriebe aufgespalten. Wie Insolvenzverwalter Ottmar Hermann mitteilte, wurde mit dem Betriebsrat eine entsprechende Vereinbarung getroffen. Künftig sollen die Sparten Dachsysteme, Technische Entwicklung und Metallgruppe als unabhängige Teilbetriebe geführt werden. Zusätzlich werde ein Zentralbereich für Verwaltungsaufgaben eingerichtet, sagte ein Sprecher von Hermann.
Als aussichtsreichster Anwärter für die Sparte Dachsysteme gilt der österreichisch-kanadische Zulieferer Magna. "Magna ist ein Wunschkandidat von Karmann", betonte der Sprecher. Beide Unternehmen ergänzten sich ideal. Verträge seien allerdings noch nicht unterschrieben.
Herrmann hatte vor Kurzem von fortgeschrittenen Gesprächen mit Magna berichtet. Beim Kartellamt läuft bereits eine Anfrage wegen des geplanten Verkaufs. Magna soll Kreisen zufolge mit knapp 20 Millionen Euro die höchste Summe angeboten haben. Allerdings gibt es noch keine Sicherheit, ob die Behörde den Deal durchwinkt. Die Wettbewerbshüter hatten vergangenes Jahr Skepsis gegenüber Fusionen auf diesem Markt signalisiert, da es für Cabrio-Dächer europaweit mit Edscha, Webasto, CTS und Karmann nur noch wenige Anbieter gebe.
Maschinen und Grundstücke von der nicht insolventen Karmann-Besitzgesellschaft hatte Volkswagen im November übernommen, um in Osnabrück eine Golf-Cabrio-Produktion aufzuziehen. Die Karmann-Entwicklungsabteilung soll erhalten bleiben. Zudem wurden bereits Kündigungen von Mitarbeitern im Presswerk sowie im Werkzeug- und Anlagenbau (Metallgruppe) rückgängig gemacht, weil das Unternehmen auf Aufträge von VW hofft.
Zu Jahresbeginn hatte Volkswagen große Teile seines früheren Auftragsfertigers Karmann übernommen. VW will künftig in Osnabrück das Golf-Cabrio bauen. Derzeit arbeiten bei Karmann 1444 Mitarbeiter, für die sich mit der Umstrukturierung arbeitsrechtlich nichts ändere, betonte der Sprecher des Insolvenzverwalters.