Wirtschaft

Mieten als ProblemKarstadt muss warten

10.06.2010, 15:00 Uhr

Die endgültige Übernahme der Warenhauskette Karstadt durch den Investor Berggruen verzögert sich. Das Amtsgericht Essen vertagt seine Entscheidung über die Bestätigung des Insolvenzplans.

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Nicolas Berggruen erwarten an der Themse schwierige Gespräche. (Foto: dpa)

Das Amtsgericht Essen hat seine Entscheidung über den Insolvenzplan der Kaufhauskette Karstadt auf Mitte Juli verschoben. Das Gericht wolle die Gespräche des neuen Karstadt-Eigners Nicolas Berggruen mit dem Karstadt-Vermieterkonsortium abwarten, hieß es zur Begründung. Zudem stehe auch die Genehmigung der Kartellbehörde über den Erwerb noch aus.

Berggruen will die Warenhauskette übernehmen, fordert dafür aber Mietnachlässe vom Konsortium Highstreet um die Investmentbank Goldman Sachs, das den größten Teil der Häuser vermietet. Andernfalls droht der Kette mit rund 25.000 Mitarbeitern doch noch die Zerschlagung. Öffentlich bezifferte er die geforderten Nachlässe bislang nicht. Laut seinem Sprecher strebt er von allen Beteiligten "marktübliche Konditionen" an.

Vor diesem Hintergrund nehmen die Beteiligten Anfang kommender Woche den Dialog auf. Vertreter des Karstadt-Vermieterkonsortiums und Berggruen werden voraussichtlich am Montag in London zusammenkommen.

Liquidation noch möglich

Den Vermietern sei unklar, was Berggruen genau wolle, hieß es zuletzt im Umfeld des Konsortiums. "Highstreet ist bereit zu weiteren Mietsenkungen von 230 Mio. Euro in den nächsten fünf Jahren, zusätzlich zu dem bereits im Insolvenzplan zugesagten Sanierungsbeitrag von 160 Mio. Euro über drei Jahre", hatte ein Sprecher des Konsortiums gesagt. "Wenn das für alle Bieter geltende Angebot zu Mietsenkungen nicht angenommen wird, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Liquidation von Karstadt erheblich."

Highstreet hatte ursprünglich Jahresmieten von knapp 270 Mio. Euro für die Warenhäuser veranschlagt. Mit dem Sanierungsplan für Karstadt in der Insolvenz sanken diese auf rund 250 Mio. Euro. Highstreet hatte neue Mietsenkungen vorgeschlagen, die vorsehen, dass für 2010 Mindest-Zahlungen in einer Höhe von 210 Mio. Euro fällig werden, die dann auf 211 Mio. Euro in den Jahren 2011 und 2012 steigen sollen. 2018 sollen sie dann wieder das Niveau von 250 Mio. Euro erreichen.

Quelle: rts