Wirtschaft

Lanxess-Zukauf auf dem PrüfstandKartellamt zückt die Lupe

28.01.2011, 12:16 Uhr

Die Kartellwächter schauen bei einer geplanten Übernahme durch den Chemiekonzern Lanxess genauer hin. Bevor der Zukauf einer Sparte des Rivalen DSM freigegeben wird, sollen die Auswirkungen auf den Wettbewerb untersucht werden.

lanxess
(Foto: picture alliance / dpa)

Das Bundeskartellamt hat eine umfassende Prüfung der Pläne des deutschen Chemiekonzerns Lanxess zur Übernahme einer Sparte des Konkurrenten DSM eingeleitet. "Wir wollen die Auswirkungen auf den Wettbewerb genauer prüfen", sagte ein Sprecher der Wettbewerbsbehörde. Die Untersuchung der rund 310 Mio. Euro schweren Übernahme könne bis zum 2. Mai andauern. Lanxess reagierte gelassen. "Bei Transaktionen dieser Größenordnung ist diese Prüfung durchaus normal", sagte ein Sprecher.

Für Lanxess ist DSM Elastomers die bislang zweitgrößte Übernahme nach dem Kauf des brasilianischen Kautschukherstellers Petroflex im Jahr 2008. Lanxess hatte Mitte Dezember angekündigt, die Sparte DSM Elastomers vom niederländischen Wettbewerber DSM übernehmen zu wollen. Der Zukauf sollte in den ersten Monaten dieses Jahres abgeschlossen werden. Der Leverkusener Konzern ist inzwischen der weltweit größte Hersteller von künstlichem Kautschuk, der beispielsweise in der Reifenindustrie verwendet wird oder bei Schläuchen und Dichtgummis zum Einsatz kommt.

DSM Elastomers sitzt in Sittard-Geleen und hat weltweit 420 Beschäftigte. Für das Jahr 2010 war ein Umsatz von 380 Mio. Euro erwartet worden. Das Unternehmen betreibt Anlagen für sogenannten EPDM-Kautschuk, der vor allem in der Autobranche zum Einsatz kommt.

Quelle: rts