Privat Equity auf dem TrockenenKein Geld für Finanzjongleure

Eine Branche trocknet aus: Private-Equity-Firmen haben es derzeit schwer an Geld zu kommen. Das aber ist der Treibstoff, mit dem der Sektor funktioniert. Im ersten Quartal schafften es die Firmenjäger gerade mal auf 307 Aufkäufe weltweit. Große Trauer ist deshalb aber wohl nicht angesagt.
Das Einsammeln neuer Gelder ist für Finanzinvestoren derzeit so schwierig wie seit sechs Jahren nicht mehr. Die Beteiligungsfirmen warben im ersten Quartal weltweit nur rund 50 Milliarden Dollar für neue Fonds ein, unwesentlich mehr als Ende 2009, wie der Brancheninformationsdienst Preqin mitteilte. "Obwohl das Vertrauen an die Märkte zurückkehrt, bleiben die Geldgeber sehr vorsichtig, was Neu-Investments angeht", sagte ein Preqin-Sprecher. In den Boomjahren der Branche 2007 und 2008 sammelten die Finanzinvestoren in einzelnen Quartalen noch bis zu 200 Milliarden Dollar ein.
Ein wesentlicher Grund für die Schwierigkeiten beim Auflegen neuer Fonds sind die geringen Ausschüttungen, da Verkäufe von Firmen aus dem Portfolio der Finanzinvestoren Mangelware bleiben. Im Ergebnis sind die Geldgeber - Versicherungen, Pensionsfonds oder Stiftungen - weniger liquide als erhofft. Das wiederum bremst deren Möglichkeiten, neue Investments einzugehen. Im gesamten vergangenen Jahr schütteten die Private-Equity-Fonds den Preqin-Daten zufolge nur 60 Milliarden Dollar aus - zwei Jahre zuvor waren es fast sechs Mal mehr.
Besserung im zweiten Quartal erhofft
Die Finanzkrise hat die Firmenjäger stark getroffen, da sie kaum mehr an Kredite für Übernahmen kommen. Im ersten Quartal kauften Beteiligungsfirmen den Preqin-Daten zufolge 307 Unternehmen im Gesamtwert von gut 26 Milliarden Dollar - mehr als ein Drittel weniger als Ende 2009.
Fürs laufende Vierteljahr erwarten die Preqin-Experten eine leichte Verbesserung der Lage. Befragungen der Geldgeber hätten ergeben, dass diese im laufenden Jahr durchaus wieder in Private Equity investieren wollen. Bedingung wäre allerdings, dass die Beteiligungsfirmen erfolgreich Firmen verkaufen könnten und die Erlöse ausschütten. So plant etwa die Beteiligungsfirma BC Partners fürs zweite Halbjahr einen Fonds über sechs Milliarden Euro - dies wäre einer der größten seit langem. Der Investor hat in den vergangenen Monaten den Kabelkonzern Unity Media verkauft und den Chemikalienhändler Brenntag an die Börse gebracht, was den Geldgebern Milliardenerlöse einbrachte.