Montag, 25. Januar 2010
Vor Siemens-Hauptversammlung: Klagen gegen Ex-Vorstände
In der Korruptionsaffäre drückt Siemens auf's Tempo. Der Konzern strengt nun Klagen gegen die beiden ehemaligen Vorstände Neubürger und Ganswindt an. Auf der Hauptversammlung am Dienstag wird es aber vor allem um die Frage der Manager-Gehälter gehen.Siemens will gegen die beiden früheren Vorstände Heinz-Joachim Neubürger und Thomas Ganswindt vor Gericht ziehen und damit die Aufarbeitung der Korruptionsvorgänge zu einem Ende bringen. Der Dax-Konzern will am Münchner Landgericht Klagen gegen beide Manager einreichen.
Vom ehemaligen Finanzvorstand Neubürger fordert Siemens vier Millionen Euro; Ganswindt soll eine Million Euro zahlen. Beide waren bislang aber nicht zum Vergleich bereit. Im September hatte der Siemens-Aufsichtsrat beschlossen, gegen frühere Organmitglieder, mit denen keine Einigung erzielt wird, Klage zu erheben.
Siemens wirft den Ex-Vorständen vor, Hinweisen auf Korruption nicht ausreichend nachgegangen zu sein. Gegen Ganswindt und Neubürger laufen auch strafrechtliche Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft München. Insgesamt hatte Siemens von elf Managern Schadensersatz gefordert, neun von ihnen waren letztlich zu Vergleichen bereit. Aus den neun Vergleichen fließen Siemens 19,5 Millionen Euro zu.
Problem von Pierer ist gelöst
Vor allem die Auseinandersetzung mit dem langjährigen Vorstandsvorsitzenden und späteren Aufsichtsratsvorsitzenden Heinrich von Pierer lastete lange auf dem Konzern. Von Pierer willigte Anfang Dezember 2009 ein, mit fünf Millionen Euro den höchsten Betrag der betroffenen Manager an Siemens zu zahlen.
Am Dienstag werden die Aktionäre auf der Hauptversammlung über die neun Vergleichsvereinbarungen abstimmen. Neben der Abstimmung über die Manager-Gehälter dürfte dieser Punkt der Tagesordnung den meisten Diskussionsbedarf bieten.
wne/DJ
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