Kaufzurückhaltung zu starkKonsum bremst BIP-Wachstum
Harter Winter, schwacher Konsum: Das sind die Gründe für ein verhaltenes deutsches Wirtschaftswachstum zu Jahresbeginn. Das bereits florierende Exportgeschäft deutet aber auf einen baldigen Konjunkturschub hin.
Ein schwacher Konsum und sinkende Bauinvestitionen haben die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal gebremst. Das Bruttoinlandsprodukt legte von Januar bis März um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zu, bestätigte das Statistische Bundesamt eine frühere Schätzung. Am Jahresende 2009 hatte es ein Plus in gleicher Höhe gegeben.
Ein stärkeres Wachstum verhinderte die Kaufzurückhaltung der Verbraucher. Sie gaben 0,8 Prozent weniger für den Konsum aus. Wegen des harten Winters - der viele Baustellen wochenlang lahmlegte - gingen die Bauinvestitionen um 3,8 Prozent zurück.
Wachstumsschub kommt
Positive Impulse kamen dagegen von den Exporten, die um 2,6 Prozent zulegten. Die Unternehmen investierten zudem mehr Geld in Maschinen, Fahrzeuge und andere Ausrüstungen: Mit 1,6 Prozent gab es hier den stärksten Zuwachs seit Ende 2007. Im Vertrauen auf eine steigende Nachfrage stockten die Firmen ihre Lager auf, was zum Wachstum beitrug. Die staatlichen Konsumausgaben legten mit 1,1 Prozent ebenfalls deutlich zu.
Experten sagen für das laufende Frühjahrsquartal ein Wachstum von mehr als einem Prozent voraus. Anlass zum Optimismus gibt das gute Exportgeschäft, das von der weltweiten Konjunkturerholung und dem schwachen Euro profitiert. Die Bundesregierung sagt für dieses Jahr ein Wachstum von 1,4 Prozent voraus. 2009 war die Wirtschaft um 4,9 Prozent eingebrochen. Er war der stärkste Rückgang seit Gründung der Bundesrepublik.