Wirtschaft
Der Moment der Entscheidung: Reicht das Geld für einen neuen Hut?
Der Moment der Entscheidung: Reicht das Geld für einen neuen Hut?(Foto: picture alliance / dpa)

Schwarz-rot-goldener Einkaufsherbst: Konsumklima bleibt stabil

Der Konjunkturoptimismus bleibt den Deutschen im Oktober erhalten: Die Verbraucher gehen von einer weiteren kräftigen Erholung der Wirtschaft aus, halten sich aber bei größeren Anschaffungen zurück. Der GfK-Index verharrt bei 4,9 Punkten - und bleibt damit unter den Erwartungen der Experten.

Deutschland kauft wieder gerne ein: Auch im Ausland verfolgt man die Entwicklung der deutschen Binnennachfrage mit großer Aufmerksamkeit.
Deutschland kauft wieder gerne ein: Auch im Ausland verfolgt man die Entwicklung der deutschen Binnennachfrage mit großer Aufmerksamkeit.(Foto: picture alliance / dpa)

Der Aufschwung hält die Deutschen weiter bei Kauflaune. Während die Konsumenten immer optimistischer auf die Konjunktur blicken, schätzen sie ihre künftigen Finanzen aber etwas skeptischer ein als zuletzt, teilte die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mit. Zudem ließ die Bereitschaft für große Einkäufe leicht nach.

Unterm Strich verharrte der GfK-Konsumklimaindex für November bei 4,9 Punkten, nach zuletzt vier Anstiegen in Folge. Im Vorfeld befragte Analysten hatten im Schnitt einen Anstieg auf 5,1 Punkte erwartet.

Die meisten Verbraucher rechneten zwar mit einer weiteren kräftigen Erholung der Wirtschaft. Nicht alle erwarteten aber, dass im selben Umfang auch ihr Einkommen wachse, erklärten die Konsumforscher. Ein Teil der Haushalte zögere deshalb mit größeren Anschaffungen, heißt es in der GfK-Konsumklima-Studie.

"Die nächsten Monate werden die Momente der Wahrheit", sagte ING-Analyst Carsten Brzeski in einer ersten Reaktion. "Die Voraussetzungen für einen weiteren Anstieg des privaten Konsums waren in den vergangenen zehn Jahren kaum besser: Die Konjunkturaussichten haben sich verbessert, die Arbeitslosigkeit sinkt seit längerem und neue Jobs werden geschaffen." Selbst ein liberaler Wirtschaftsminister fordere höhere Löhne, hob Brzeski mit Blick auf Brüderle fordert höhere Löhne hervor. "Wenn das alles nicht den Konsum stimulieren sollte, was dann?"

Auch bei der SEB sah man die weitere Entwicklung grundsätzlich positiv. "Der private Konsum dürfte etwas stärker werden", sagte SEB-Ökonom Klaus Schrüfer. "Trotz der sinkenden Arbeitslosigkeit dürfen wir aber nicht in Euphorie verfallen. Die Verbraucher wissen, dass die Abgaben im kommenden Jahr etwas angehoben werden. Auch Diskussionen über Steuererhöhungen etwa für Tabak dürften einen erneuten Anstieg des Konsumbarometers verhindert haben". Dämpfende Effekte seien auch die steigenden Strompreise und die drohenden Gebührenanhebungen in den Kommunen, so Schrüfer weiter.

Quelle: n-tv.de

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