Mittwoch, 26. Mai 2010
Eurokrise verdirbt Kauflaune: Konsumklima schwächelt
Die Diskussion um Stabilität des Euro hinterlässt deutliche Spuren bei der Kauflaune der Deutschen: Der GfK-Index für Juni sinkt auf 3,5 nach revidiert 3,7 Punkten im Mai. Die Angst vor Steuererhöhungen oder einer Inflation lasse die Käufer zurückhaltender werden, heißt es.
Besonders die Konjunktur- und Einkommenserwartungen der Befragten gehen deutlich zurück.
(Foto: picture alliance / dpa)
Die Euro-Krise trübt die Verbraucherstimmung im Frühsommer: Das Barometer für das GfK-Konsumklima fiel im Juni auf 3,5 Punkte von 3,7 Zählern im Vormonat, wie die Nürnberger GfK-Marktforscher zu ihrer Umfrage unter 2000 Verbrauchern mitteilten. Experten hatten 3,6 Punkte erwartet. Sowohl die Konjunktur- als auch die Einkommenserwartungen der Bürger gingen deutlich zurück. "Die Diskussionen hinsichtlich der Stabilität des Euro haben bei den Konsumenten erste Spuren hinterlassen, die die weitere konjunkturelle Erholung gefährdet sehen und eine höhere Inflation erwarten", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl.
Auch die Bereitschaft, sich Möbel oder andere kostspielige Anschaffungen zu leisten, leidet unter der Unsicherheit: Der entsprechende GfK-Indikator fiel um 3,5 auf 18,1 Punkte. Es war bereits der vierte Rückgang in Folge. Viele Verbraucher rechnen der GfK zufolge damit, dass sich die Inflation verstärken und die Kaufkraft sinken wird. "Sehen die Konsumenten die Gefahr eines steigenden Preisniveaus, so drückt dies in der Regel auf die Anschaffungsneigung", sagte Bürkl.
Angst vor Steuererhöhungen
Trotz anziehender Konjunktur sehen die Bürger zudem ihre Einkommensaussichten in nicht mehr so günstigem Licht wie im Vormonat: Das Barometer brach um 11,4 Punkte auf 23,7 Zähler ein. Zum Zeitpunkt der Umfrage waren nach Erkenntnissen der Nürnberger Marktforscher Griechenland und der Rettungsschirm zur Stabilisierung des Euro die Top-Themen. "Viele Verbraucher gehen offenbar davon aus, dass diese Maßnahmen die ohnehin hohe Verschuldung noch weiter in die Höhe treiben wird", teilte die GfK weiter mit. Bei den Bürgern gehe die Sorge um, dass der Staat künftig größere Einsparungen vornehmen beziehungsweise Steuern erhöhen könnte.
Die Konsumlaune könnte sich jedoch wieder aufhellen. "Sollten sich die Diskussionen um die Stabilität des Euro in absehbarer Zeit legen, bestehen gute Aussichten, dass die günstigen Rahmenbedingungen wieder mehr in den Vordergrund rücken", sagte Bürkl. Dann werde sich auch der Konsum stabilisieren können.
rts
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